Nach Strafzöllen der USA startet Peking "Gegenangriff"

US-Strafzölle gegen China in Kraft getreten- Donald Trump droht weitere Maßnahmen

In Summe ergäben sich dieser Rechnung zufolge Zölle auf ein Importvolumen von 550 Milliarden Dollar, was die gesamte Wareneinfuhr der Vereinigten Staaten aus China im vergangenen Jahr übersteigt.

Die USA zielen mit ihren Strafzöllen vor allem auf technologische Produkte, weil sie China den Diebstahl geistigen Eigentums und erzwungenen Technologietransfer vorwerfen.

Die US-Zölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar (29 Milliarden Euro) traten um Mitternacht US-Ostküstenzeit (06.00 Uhr MESZ) in Kraft.

Nach dem Inkrafttreten von US-Zöllen auf chinesische Warenimporte im Volumen von 34 Milliarden Dollar sieht sich die Regierung in Peking zu Gegenmaßnahmen gezwungen. Trump droht China mit zusätzlichen Zöllen, die auf all seine Importe in die USA im Wert von mehr als 500 Milliarden US-Dollar ausgedehnt werden könnten. Trump hat bereits mit neuen Belastungen auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar gedroht. Insgesamt wäre dann die Hälfte aller Ausfuhren aus China in die USA betroffen.

Unterdessen kritisierten US-amerikanische Unternehmen in China die Strafzölle von Trump auf chinesische Importe als "kontrapoduktiv". Schon jetzt prüft der Autohersteller BMW Preiserhöhungen für seine Modelle, die in den USA gebaut, aber für China bestimmt sind.

Daimler etwa gab schon eine Gewinnwarnung aus, unter anderem weil der Autobauer in den USA gefertigte SUVs nach China exportiert - er erwartet einen geringeren Absatz und höhere Kosten. Am Ende könnte dann fast der komplette chinesische Export in die USA im Wert von 500 Milliarden Dollar verteuert werden.

Volkswirte befürchten, dass sich der Konflikt zwischen China und den USA zu einem unkontrollierbaren Handelskrieg auswächst. Er begründet die jetzigen Strafzölle aber mit zwangsweisen Transfer von Technologie, Verstößen gegen Urheberrechte oder auch unfairer staatlicher Subventionen für innovative Industrien in China. "Es gibt keine Gewinner in einem Handelskrieg", sagte der Vorsitzende der US-Handelskammer in der Volksrepublik, William Zarit. Sonst drohe ein Verstoß gegen WTO-Regeln. Peking werde in diesem Fall US-Firmen in China das Leben mit "regulatorischen Auflagen zur Hölle machen oder sogar gegen den Kauf von US-Produkten Stimmung machen". Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die betroffenen Handelsvolumina derzeit noch als zu klein an, als dass dies allein zu größeren Problemen für die Weltwirtschaft führen könnte. Allerdings werden Effekte durch die Verunsicherung der Märkte und eine immer weiter rotierende Eskalationsspirale befürchtet. Der Schaden für das US-Wachstum wäre größer, da Chinas Wirtschaft mit zuletzt 6,7 Prozent viel stärker wächst, analysierte die DBS-Bank. US-Medien gehen davon aus, dass sich beide Länder nun in einem Handelskrieg befinden. Er belegte auch die Nachbarn Kanada und Mexiko sowie Verbündete wie die Länder der Europäischen Union mit Strafzöllen auf Stahl- und Aluminium. Auch von dort sind bereits Vergeltungszölle in Kraft gesetzt worden. Eine Störung dieser Beziehungen kann sich in den betreffenden Branchen wie eine Welle um den Globus fortsetzen.

Wer wissen will, wie leicht heutzutage Handelskriege zu gewinnen sind - wie Donald Trump gern behauptet -, muss nur Rod Gangwish fragen. Sie argumentieren, bei der Besetzung der Richterstellen seien bisher nicht ausreichend US-Interessen gewürdigt worden.

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