Höhlen-Drama in Thailand: Werden heute endlich alle Kinder befreit?

Rettungswagen warten am Höhleneingang auf die geretteten Jugendlichen und ihren Trainer

Nach Angaben des Gouverneurs wird er möglicherweise länger dauern als an den ersten beiden Tagen. Die übrigen Mitglieder der Jugend-Fußballmannschaft sollten am Montag (Ortszeit) aus der Höhle befreit werden, erklärte das Amt für Katastrophenschutz. Ein australischer Mediziner war auf Drängen der anderen ausländischen Höhlentaucher eigens für die Evakuierung eingeflogen worden. Der Weg nach draußen beträgt etwa vier Kilometer. Seit Sonntag gelang es den Tauchern nach und nach, acht Burschen in Sicherheit zu bringen.

Die Rettungsaktion ist auch ein Kampf gegen die Zeit.

In der Region im Norden Thailands, an der Grenze zu Myanmar, gab es am Dienstag wieder heftige Regenfälle. In Südostasien ist gerade Monsunsaison. Außerdem zogen sie die Möglichkeit in Betracht, dass die Rettung erst in ein paar Monaten erfolgen könnte, wenn nach dem Ende der Monsunzeit das Wasser aus der Höhle abläuft.

Das Drama dauert bereits seit dem 23. Juni. Narongsak versicherte am Montagabend, alle bislang Geretteten seien "sicher und gesund". Wenige Stunden nach Beginn der riskanten Rettungsaktion wurden die ersten vier der zwölf Jungen ins Krankenhaus gebracht. Außerdem ist der Sauerstoffgehalt dort auf 15 Prozent gesunken, so dass die restlichen Jungen und ihr Begleiter vermutlich geschwächt sind. Die ersten Eltern durften jetzt ihre Söhne im Krankenhaus besuchen. Nach einer Pause soll die Mission der Spezialtaucher weitergehen.

Der milliardenschwere Unternehmer Elon Musk hat unterdessen den Höhlenrettern in Thailand vor Ort ein neu entwickeltes Mini-U-Boot zur Verfügung gestellt. Ein dänischer Taucher, der an der Rettung beteiligt war, schildert die dramatische Aktion: Die vier geretteten Jungen hätten vor ihrem Tauchgang starke Medikamente bekommen.

Das U-Boot wurde nach Musks Angaben auf den Namen "Wild Boar" ("Wildschwein") getauft. Musk hatte für das Angebot auch einige Kritik geerntet. Sie wollten nach einem Trainingsspiel einen Höhlen-Ausflug machen, doch plötzlicher Starkregen überraschte sie und machte eine Rückkehr unmöglich. Dabei mussten sie sich auf weiten Strecken tauchend fortbewegen, sich durch Engstellen zwängen und gegen die Strömung kämpfen. Die Kinder sind alle mit Taucherbrille ausgerüstet und werden von den Männern mit Sauerstoff versorgt.

Die Rettung des Fußballteams ist sehr gefährlich. An manchen Stellen ist der Weg hinaus so eng, dass die Profitaucher ihre Pressluftflaschen abschnallen müssen - an der engsten Stelle angeblich gerade einmal 40 Zentimeter breit.

Da die Jungen in dem schlammigen Wasser praktisch nichts sehen können, wurden Taue befestigt, an denen sie sich voran hangeln sollten.

Die Rettungsaktion ist äußerst gefährlich: Ein Taucher kam in der Nacht zum Freitag ums Leben. Jeweils zwei Retter nehmen die Jungen ins Schlepptau. Alle Jungen hätte Atemmasken getragen und seien von den Tauchern durch die Tunnel geleitet worden. Die Profis versorgen sie mit Luft. Das Kernteam besteht aus 18 Spezialtauchern, davon der größte Teil aus dem Ausland, aus Ländern wie Australien und Großbritannien.

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Die neun übrigen eingeschlossenen Jungen und ihr Trainer sollten ab Montagmorgen (Ortszeit) aus der Höhle befreit werden. Je nach Wetter könne sich die Rettungsaktion bis zu drei Tagen hinziehen, sagte Generalmajor Chalongchai Chaiyakam.

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