Handelskonflikt - USA planen weitere Strafzölle gegen China

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire

Die US-Regierung legte eine Liste mit weiteren Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar vor, auf die neue Strafzölle erhoben werden können. Für die Importe würden zusätzliche Abgaben von zehn Prozent fällig, kündigte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Dienstag an. "Die großangelegte gegenseitige Anhebung von Zöllen zwischen China und den USA wird den US-chinesischen Handel unweigerlich zerstören", sagte der chinesische Vize-Handelsminister Li Chenggang am Mittwoch in Peking. Das Büro des US-Handelsbeauftragten werde Gespräche über die betroffenen Produkte führen; es werde etwa zwei Monate dauern, die Liste fertigzustellen.

Am 15. Juni hatten die USA 25-prozentige Einfuhrzölle für Importe aus China im Umfang von 50 Milliarden US-Dollar verhängt.

Erst am Freitag hatten die USA Zölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar in Kraft gesetzt. Der Grund für die möglichen neuen Zölle seien die chinesischen Vergeltungsmaßnahmen und die Weigerung der Regierung in Peking, ihre Praxis zu ändern. Im Zentrum der Kritik steht Pekings Zukunftsstrategie "Made in China 2025": Die Parteikader haben darin mehrere Bereiche definiert, in denen China künftig führend sein soll, darunter der Bau von Autos und Flugzeugen sowie die Pharmaindustrie. China wirft den USA vor, den Handel zwischen den beiden Großmächten zu "zerstören". Von Jan Schmidbauer mehr. US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche erklärt, sein Land könnte letztlich chinesische Produkte im Wert von 500 Milliarden Dollar im Jahr mit zusätzlichen Zöllen belegen.

Die chinesische Regierung hat die jüngste Ankündigung der USA zur Verhängung weiterer Zölle kritisiert. Die USA importierten im vergangenen Jahr Waren im Wert von 505 Milliarden Dollar aus dem Land. Außerdem werde das Land umgehend eine Klage bei der Welthandelsorganisation WTO einreichen. "Um die grundlegenden Interessen des Landes und die Interessen des chinesischen Volkes zu schützen, muss die chinesische Regierung, wie immer, die notwendigen Gegenmaßnahmen ergreifen", heißt es in der offiziellen Erklärung. Ab dem 6. Juli sollen Importzölle für 545 Waren mit einem Gesamtwert von 34 Milliarden US-Dollar gelten. Eine andere Art der Vergeltung wäre es, US-Unternehmen zu gängeln, die in der Volksrepublik ansässig sind: Etwa, indem sie die Bevölkerung zum Boykott von US-Produkten aufruft.

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