Gehaltsschere in Dax-Konzernen geht auseinander

Die Dax Kurve Bild AFP

Frankfurt am Main. Die Gehaltsschere bei Deutschlands Börsenschwergewichten ist 2017 auseinandergegangen. Die Vorstände der 30 Dax-Unternehmen verdienten im Schnitt 52 Mal so viel wie ihre Mitarbeiter, wie aus einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz und der Technischen Universität München hervorgeht. Dort hat jedes Vorstandsmitglied durchschnittlich 5,7 Millionen Euro verdient. Während die Bruttolöhne und -gehälter in Deutschland um 2,5 Prozent gewachsen sind, verdienten die Topmanager der Dax-Unternehmen 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit durchschnittlich 5,7 Millionen Euro je Topmanager habe die Vergütung bei dem Softwareunternehmen knapp über der von Volkswagen Vz.

"Der Trend der beiden vorausgegangenen Jahre hat sich damit gedreht", erläuterte der Münchner Wissenschaftler Gunther Friedl. Die Vorstände des Autobauers kassierten den Angaben zufolge im Schnitt 5,6 Millionen Euro.

Friedl bezeichnete die Vergütungen insgesamt als angemessen. Das ist zum einen SAP-Chef Bill McDermott, der wie schon im vergangenen Jahr an der Spitze des Rankings liegt.

► Auf Rang zwei kam demnach der im Frühjahr abgelöste VW-Chef Matthias Müller (10,1 Millionen Euro).

Im internationalen Vergleich schneiden die Vorstandschefs in Deutschland mit ihren Gehältern nur mittelmäßig ab. Dritter wurde Harald Krüger von BMW mit 8,4 Millionen Euro, gefolgt von Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche, der 7,8 Millionen Euro einstrich. "Ein durchaus überraschendes Ergebnis, wenn man sich die aktuellen Probleme der Branche ansieht", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler laut Redetext mit Blick auf die Autobauer und den Diesel-Abgasskandal. Selbst wenn man die Vorsitzenden herausrechnet, kommen die Männer auf ein Durchschnittsgehalt von 3,3 Millionen Euro. Und die Frauen, die im Vorstand sitzen, verdienen mit durchschnittlich drei Millionen Euro immer noch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen (3,7 Millionen).

Experten der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung errechneten kürzlich sogar noch höhere Zahlen: 71 Mal so viel wie ihre Mitarbeiter sollen die Manager von Dax-Unternehmen erhalten haben, einzelne Chefs wie Frank Appel von der Post sogar das mehr als 200-fache. Zudem berücksichtigte das IMU die Pensionsansprüche von Managern und Mitarbeitern. "Die einseitige Belastung der Unternehmen durch intransparente und umfangreiche Pensionszusagen gehört nicht mehr in das Repertoire moderner Vergütungssysteme".

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