Jefta: EU und Japan unterzeichnen Freihandelsabkommen

Der seit 2013 vorbereitete Pakt soll im kommenden Jahr Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen, um das Wachstum anzukurbeln und neue Jobs zu schaffen.

Die Zeremonie fand in der Residenz des japanischen Premierministers Shinzo Abe in Tokio nach dem Gipfel statt, an dem der Präsident des Europäischen Rates, Donald Tusk, und der Chef der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, teilnahmen. "Wir feiern die Unterschrift unter ein sehr ehrgeiziges Abkommen zwischen zwei der größten Volkswirtschaften der Welt". Die Unterzeichnung sei ein wichtiges Signal gegen Protektionismus und Abschottung.

Die europäischen Länder wiederum sollen die Zollsätze für 99 Prozent der importierten Waren aus Japan, insbesondere Autos und Unterhaltungselektronik beseitigen. Auch der Außenhandelsverband BGA sieht das Abkommen vor dem Hintergrund des von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelskonflikts positiv. Die auf Käse, Wein und Schweinefleisch fallen weg. "Es schafft eine offene Handelszone für über 600 Millionen Menschen", heißt es in der Mitteilung der Europäischen Kommission. Das Abkommen soll laut Altmaier bis spätestens 2019 in Kraft treten.

Das Economic Partnership Agreement (EPA) wird inoffiziell auch als JEFTA (Japan-EU Free Trade Agreement) abgekürzt. 2017 betrug das Handelsvolumen zwischen der EU und Japan rund 129 Milliarden Euro.

Kritiker indes warnen vor einer Schwächung des Umwelt- und Verbraucherschutzes in der EU.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, nannte das Abkommen "ein hoffnungsvolles Signal in einer für den Welthandel sehr schwierigen Zeit".

Neue Dynamik in den Geschäftsbeziehungen erwartet sich Marcus Schürmann, Delegierter der deutschen Wirtschaft und Geschäftsführer der AHK Japan in Tokio. "Diese Zahl könnte in den nächsten Jahren um einen zweistelligen Prozentbereich wachsen", prognostizierte Schürmann. Japan ist nach den USA und China die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt.

Über dieses Thema berichteten am 17. Juli 2018 tagesschau24 um 11:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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