IWF: Probleme der Weltwirtschaft nehmen zu

Der IWF rechnet mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,9 Prozent für das laufende und das nächste Jahr

Die Wolken über der Weltwirtschaft werden wegen des erbitterten Handelsstreits zwischen den großen Wirtschaftsmächten immer dunkler. Der IWF kappte bereits seine Prognosen für das Wachstum des Welthandels um 0,3 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent in diesem und um 0,2 Punkte auf 4,5 Prozent im nächsten Jahr. Im Gegensatz dazu wachse die Wirtschaft in den USA weiterhin stärker als das Potenzial und die Schaffung von Arbeitsplätzen sei nach wie vor robust, was zum großen Teil auf die jüngsten Steuersenkungen und die gestiegenen Staatsausgaben zurückzuführen sei. Skeptischer ist der IWF jedoch bei anderen wichtigen Ländern wie der Euro-Zone mit Deutschland und Frankreich, sowie Großbritannien, Japan und Indien. "Das Risiko, dass die aktuellen Spannungen im Handel weiter eskalieren, ist die größte kurzfristige Bedrohung für das globale Wachstum", sagte Obstfeld. Die globale wirtschaftliche Vernetzung auf Grundlage eines "offenen" und "regelbasierten" Handelssystems habe dazu beigetragen, weltweit die Produktivität zu stärken und den Lebensstandard zu heben. "Das Wachstum wird ungleichmäßiger und die Risiken für den Ausblick wachsen", heißt es in dem Bericht. Deshalb sei es wichtig, dass die Länder weniger nationale Wege verfolgten, sondern vielmehr Protektionismus bekämpfen und gemeinsame, mulilaterale Wege verfolgen sollten.

Der IWF mahnte nun, für das Wachstum der Weltwirtschaft bleibe es "essenziell", dass protektionistische Maßnahmen vermieden und "kooperative" Lösungen für die Handelsstreitigkeiten gefunden würden.

"Doch selbst in den USA wird sich das Wachstum in den nächsten Jahren voraussichtlich verlangsamen, da die lange zyklische Erholung ihren Lauf nimmt und die Auswirkungen vorübergehender fiskalischer Impulse nachlassen", urteilt der IWF. Für 2019 setzte der IWF hingegen seine Prognose für Deutschland leicht herauf, um 0,1 Punkte auf 2,1 Prozent.

Die wachsende Skepsis des Fonds spiegelt sich noch nicht in allen Zahlen wider. Die Schwellenländer sollen in diesem Jahr um 4,9% und 2019 um 5,1% wachsen.

Die Lage der Weltwirtschaft hat sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IMF) wegen politischer Unsicherheiten leicht eingetrübt. Doch das könne sich rasch mit der Gefahr von Turbulenzen ändern.

Der Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) könnte in nächster Zeit entscheidende Bedeutung zukommen - weit über die Vereinigten Staaten hinaus.

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