Beckenbauer über WM-Affäre: "Erstunken und erlogen"

Fußball-Legende Franz Beckenbauer

Franz Beckenbauer hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Sommermärchen-Skandal zum wiederholten Male zurückgewiesen und als "erstunken und erlogen" bezeichnet. "Man bildet sich sein eigenes Bild, da hast du überhaupt keine Möglichkeit dagegen vorzugehen, das habe ich dann auch aufgegeben, seitdem nichts mehr gesagt", erklärte er nüchtern.

Der DFB hatte diese Summe ein Jahr vor der Heim-WM über die FIFA auf ein Konto des ehemaligen adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus gezahlt. Im Zentrum der Affäre steht eine Millionenzahlung, die im Jahr 2002 von einem Konto des WM-Organisationschefs Beckenbauer über die Schweiz nach Katar an eine Firma des damaligen Fifa-Funktionärs Mohamed Bin Hammam floss. Zudem signalisierte der 72-Jährige am Samstagabend bei der Verleihung des Bayerischen Sportpreises in München, dass er aufgegeben habe, für die seiner Meinung nach richtige Meinung und Ansicht zu kämpfen.

Franz Beckenbauer scherzte mit alten Weggefährten und lachte viel, dem dunkelsten Kapitel in seinem Leben konnte er an diesem feierlichen Abend jedoch nicht entfliehen.

Franz Beckenbauer verschwindet in den strömenden Regen.

Als sich Beckenbauer nach dieser Gala am Samstag den Weg zu einem Ausgang der BMW-Welt in München bahnt, folgt ihm eine Menschentraube. "Er war vor seiner Zeit der Beste, während seiner Zeit der Beste und auch nach ihm ist nichts Besseres gekommen", sagte Günter Netzer, der mit Beckenbauer 1974 den WM-Triumph im eigenen Land gefeiert hatte, während seiner Laudatio. "Die Bezeichnung Jahrhundertsportler wird all dem gerecht, was Franz in den vergangenen 50 Jahren für den deutschen Fußball und Deutschland als Repräsentant getan hat", sagte er. Netzer war es auch, der Beckenbauer Anfang der 1980er Jahre zum Hamburger SV holte. "Ich sehe den Sportler in ihm, der alles andere in den Hintergrund stellt". "Ich fühle mich eigentlich ganz wohl". "Wenn man mal 70 ist und auf die 80 zugeht, ein bisschen übertrieben ausgedrückt, zwickt es halt ein bisschen", räumte Beckenbauer ein, der bereits 2005 den "Persönlichen Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten" von Edmund Stoiber erhalten hatte.

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