Als erstes Bundesland: Berlin schafft Kita-Gebühren komplett ab

Erzieher

Auch wenn die Berliner Kitas also schon seit längerer Zeit für den Großteil der Kinder gebührenfrei ist, ist die komplette Beitragsfreiheit mehr als nur ein symbolischer Schritt: Denn nach Angaben der Senatsjugendverwaltung wurden im Kitajahr 2017/18 noch für 15800 Kinder Gebühren bezahlt, das summierte sich auf rund sieben Millionen Euro. In Niedersachsen und Hessen ist die Kinderbetreuung ab 1. August für Kinder ab drei Jahren beitragsfrei.

Das erste Bundesland, das die Kita-Gebühren komplett abschafft, ist Berlin. August gilt eine Fachkraft-Kind-Relation (bezogen auf einen Ganztagsplatz) von 1:4 bei den Unter-Zweijährigen (vorher 1:4,25) sowie 1:5 bei den Zwei- bis Dreijährigen (vorher 1:5,25). Familiensenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte, Kitas seien Bildungseinrichtungen und Bildung müsse gebührenfrei sein. "Wir gehen davon aus, dass dieses Jahr alle Kinder, die einen Kita-Platz brauchen, gut unterkommen werden", sagt Iris Brennberger, Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) konnte bei den Haushaltsberatungen im Bundestag kürzlich verkünden, dass die Mittel noch einmal aufgestockt werden.

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Ab 1. August für Kinder aller Altersklassen kostenfrei. Vielerorts bezahlen Eltern bis zu mehrere hundert Euro im Monat für den Kita-Besuch ihrer Kinder.

Günter Bardeck findet den Schritt zur Beitragsfreiheit längst überfällig. Zuletzt zahlten nur noch die Eltern von Kindern, die jünger als ein Jahr waren, einkommensabhängige Kita-Beiträge. Insgesamt wurden Ende Juni 2018 rund 171000 Kindern in Kitas und Tagespflegestellen betreut.

Ab August wird Bardeck nur noch für das Essen in der Kita zahlen - die Betreuung ist dann beitragsfrei. Gerade einkommensschwächere Eltern sollen so vor unangemessenen finanziellen Forderungen geschützt werden. "Berlin gibt aktuell etwa 1,5 Milliarden Euro im Jahr für die Kinderbetreuung aus". Im Schnitt lag der Elternbeitrag (Stichtag Meldung 1. März 2017) durchschnittlich bei 276,48 Euro für Kinder unter drei Jahren, für Kinder über drei Jahren im Schnitt bei 150,29 Euro. Oberstes Ziel ist hier aber nicht Gebührenfreiheit, sondern Verbesserungen der Betreuung.

Giffey kündigte in einem Interview mit der Berliner Morgenpost an, dass Berlin bis 2022 einen dreistelligen Millionenbetrag für die Verbesserung der Kita-Situation bekommen soll. Wenn Kitas höhere Einnahmeausfälle haben, können sie einen Antrag auf mehr Geld stellen.

Wie ist die Regelung bei Kita-Gebühren in anderen Bundesländern? Bundesländer wie Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern haben die kostenlose Kita langfristig avisiert. Kitas sollen davon ebenso profitieren wie die Kindertagespflege.

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