Frankreich: Parlament verbietet Handys an Schulen

Berlin in einer Berliner Schule. Sie ruft Informationen aus dem Internet

Ob ein Lehrer dann das Handy wirklich einziehen darf - da ist die Kultusministerkonferenz (KMK) vorsichtig und empfiehlt, das Gerät am Ende des Schultags zurückzugeben.

Viele Erstklässler besitzen heutzutage schon ein Smartphone.

Doch wäre so ein Totalverbot auch in Deutschland denkbar? Diese dürfen weder in den Schulräumen noch bei schulischen Aktivitäten oder außerhalb des Schulgebäudes genutzt werden. Die Expertin für Bildung und digitale Medien, Linda Breitlauch von der TU Kaiserslautern, hält nichts von einem generellen Handyverbot: "Eine sinnvolle Einbindung in den Unterricht - etwa für Recherche oder durch gemeinsame Nutzung guter Apps - kann das Gemeinschaftsgefühl und die Medienkompetenz fördern". Die unterrichtende oder die außerhalb des Unterrichts Aufsicht führende Lehrkraft kann Ausnahmen gestatten.

Die meisten seiner Amtskollegen sehen das ähnlich - unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit.

Das österreichische Bildungsministerium sieht die französische Maßnahme ebenfalls nicht als Vorbild.

An Frankreichs Schulen gilt in Zukunft ein gesetzliches Verbot, Handys zu benutzen.

Hintergrund der Äußerungen ist ein Beschluss des französischen Parlaments. Eine einheitliche Regelung gibt es allerdings nicht, denn die Schulen fallen - anders als im zentralistisch organisierten Frankreich - in die Zuständigkeit der 16 Bundesländer. Sollte ein Handyverbot an deutschen Schulen eingeführt werden?

Die Opposition kritisierte diesen Schritt jedoch als eine "Scheinlösung". Einig sind sich die meisten Bildungspolitiker, der Bundeselternrat und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) darin, dass Handys keine Störungen im Unterricht verursachen dürften und die Schüler auch nicht vom Lehrstoff ablenken sollten. Die Schulen seien technisch noch nicht gut genug ausgerüstet, um ganz auf Mobiltelefone zu verzichten, sagt Elternrats-Chef Stephan Wassmuth. Der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann bemängelt ebenfalls die größtenteils "steinzeitliche Ausstattung". Die starke Nutzung von Smartphones sei nicht folgenlos an den Schülern vorbei gegangen, so die Abgeordnete Cathy Racon-Bouzon, eine der vehementesten Vertreterinnen eines Verbots. Seit 2006 steht im Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz dazu in Artikel 56: "Im Schulgebäude und auf dem Schulgelände sind Mobilfunktelefone und sonstige digitale Speichermedien, die nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden, auszuschalten".

Ob das so bleibt, wird das kommende Schuljahr zeigen. Als Argumente führen sie unter anderem an, dass sich die Schüler durch die Handynutzung im Unterricht schlechter konzentrieren können und sich in den Pausen seltener körperlich betätigen.

Related:

Comments

Latest news

Nach Insektenstich! Ehemaliger Radprofi Andreas Kappes (†52) ist tot
Der Bund Deutscher Radfahrer bestätigte am Dienstagnachmittag eine entsprechende Meldung der Neuss-Grevenbroicher Zeitung. Im Vorfeld eines Radrennens wurde der ehemalige Profi Andreas Kappes (52) von einem Insekt gestochen.

Party-Briten geben Obdachlosem 100 Euro für Tattoo auf der Stirn
Schließlich spürte sie den Obdachlosen auf, um sich seine Geschichte anzuhören und sie öffentlich zu machen. Der Tätowierer musste die Prozedur jedoch abbrechen, weil der Mann unter starken Schmerzen litt.

Glücksspiele machen süchtig, oder?
Es ist oft der Fall, dass die Gewalterfahrungen oder der Verlust von Verwandten diese Krankheit hervorrufen können. Unter anderen Ursachen, die Spielsucht erzeugen, sind auch unsere Erlebnisse und Emotionen zu unterstreichen.

Multiplayer kosten
Die Spieler fürchten jedoch, dass dann ein Spiel immer mehr Pay-to-Win Elemente besitzt und damit nicht mehr interessant ist. Die ersten Bugs werden bereits erwartet und man hofft viele zu finden damit sie bis 2018 ausgemerzt werden können.

IS bekennt sich zu Anschlägen auf das Parlament in Teheran
Ein Dritter Angreifer wurde verhaftet, dennoch ist vom IS bisher keine offizielle Verlautbarung getroffen worden. Der iranische Geheimdienst sprach von Terroranschlägen, ohne jedoch direkt den IS zu erwähnen.

Other news