Armee in Simbabwe schießt auf Demonstranten

Opposition in Simbabwe:

Die Opposition befürchtet einen Wahlbetrug von Präsident Mnangagwa. Das Militär schickt Soldaten und Panzer ins Zentrum der Hauptstadt.

Zwei Tage nach den Wahlen in Simbabwe haben Soldaten das Feuer auf regierungskritische Demonstranten eröffnet und dabei mindestens drei Menschen getötet.

Bei Zusammenstössen mit Sicherheitskräften seien mindestens vier weitere Menschen in Harare angeschossen worden, sagte der Oppositionspolitiker Tendai Biti.

Die Demonstranten hatten zuvor mit Steinen geworfen, nachdem die Polizei mit Tränengas und Wasserkanonen auf sie geschossen hatte. Es waren auch Schüsse zu hören. In den Straßen um den Sitz der Wahlkommission zogen angesichts der Proteste Panzer und Truppenfahrzeuge der Armee auf, Sicherheitskräfte sperrten den Sitz der MDC ab. Die Wahlkommission teilte mit, die Partei von Präsident Emmerson Mnangagwa habe den Teilergebnissen zufolge 144 Sitze im Abgeordnetenhaus sicher, die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) von Oppositionsführer Nelson Chamisa sei auf 61 Sitze gekommen. Die Proteste eskalierten nur wenige Stunden nach deutlicher Kritik internationaler Wahlbeobachter. Die Wahl sei zwar ohne Gewalt und frei abgelaufen, jedoch sei die Abstimmung nicht fair gewesen. Die Verzögerung der Bekanntgabe der Ergebnisse stelle die Glaubwürdigkeit zusehends in Frage, so Brok.

Junger Mann im Vordergrund mit ausgebreiteten Armen er ruft etwas dahinter eine Menschenmenge
Legende Die Demonstration sei grösstenteils friedlich verlaufen sagt Korrespondentin Lemmenmeier. Reuters

Die Regierung in Simbabwe wird weitere Proteste nach eigenen Angaben nicht tolerieren. "Wir werden keine der Aktionen, die wir gestern gesehen haben, tolerieren", sagte Innenminister Obert Mpofu. "Ich denke, sie testen unsere Entschlossenheit", sagte der Minister.

Bei der Parlamentswahl konnte sich die seit 1980 regierende Partei Zanu-PF ersten Auszählungsergebnissen zufolge die absolute Mehrheit sichern, es gab aber noch keine Ergebnisse der Präsidentenwahl. Mnangagwa forderte die Menschen auf, "Geduld und Reife" zu zeigen.

Auch Chamisa erklärte, die Präsidentschaftswahl sei manipuliert worden. Die Ergebnisse der Präsidentenwahl seien in den Wahllokalen zuerst gezählt worden, nun würden sie aber erst nach jenen der Parlamentswahl bekanntgegeben, erklärte er.

Der Leiter der Beobachter des EU-Parlaments, der Abgeordnete Norbert Neuser, sagte, die Wahlkommission müsse nun völlig transparent vorgehen, damit "das Ergebnis von der ganzen Bevölkerung akzeptiert wird". Im Vergleich zu früher habe sich das "politische Klima" bei den Wahlen aber "verbessert". Nach Mugabes Sturz im vergangenen November gingen die Bürger weitgehend friedlich zu den Urnen. Die Opposition wirft der langjährigen Regierungspartei Zanu-PF allerdings Wahlmanipulation vor und rief sich selbst zum Wahlsieger aus. Der 40 Jahre alte Chamisa hingegen, ein eloquenter Pfarrer, steht für einen Neuanfang. Die Abstimmung am Montag war die erste freie Wahl in Simbabwe seit etwa vier Jahrzehnten. Die Abstimmung galt im Vorfeld als die fairste und freieste seit vielen Jahren. Von einer Hyperinflation spricht man, wenn die Preise extrem schnell steigen und damit das Geld ebenso schnell entwertet wird.

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