Bauern wollen eine Milliarde Euro wegen Ernteausfällen

Feuerwehrleute löschen Anfang Juli nah...in Getreidefeld das in Flammen steht

"Hier müssen in den nächsten Wochen Entscheidungen fallen, da brauchen wir nicht auf eine endgültige Erntestatistik zu warten", sagte Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied dem "Handelsblatt" (Dienstag). In einem ersten Schritt müsse der Notstand erklärt und so die gesetzliche Grundlage geschaffen werden, so Rukwied. "Im zweiten Schritt müssen Bund und Länder ein Budget zur Verfügung stellen", erläuterte Rukwied die Forderung. Betriebe, deren Erträge um mehr als 30 Prozent unter dem Schnitt der letzten Jahre liegen, müssten direkte Hilfen erhalten. Als Hilfen möglich sind unter anderem auch schon Darlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank, zudem können ökologische Vorrangflächen ausnahmsweise bewirtschaftet werden. Es sei "zwingend erforderlich, dass Deutschland stabile ländliche Räume mit stabilen Betrieben" habe, sagte Rukwied.

Der Bauernverband hat wegen bedrohlicher Einbußen rasche Hilfen von möglichst einer Milliarde Euro gefordert und dringt nun zur Eile. Am Dienstag werde es in ihrem Ministerium ein Treffen mit den Ländern auf Arbeitsebene geben, am Mittwoch werde sie dann dem Bundeskabinett Bericht über die aktuelle Lage erstatten, kündigte Klöckner am Sonntag an. Das Bundesagrarministerium bekräftigte, dass über besondere Bundeshilfen erst nach der für Ende August geplanten Abschlussbilanz der Ernte entschieden werden soll.

Die Trockenheit hat vor allem Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben stark geschädigt.

Erst wenn Schäden von "nationalem Ausmaß" festgestellt werden, kann auch der Bund Finanzhilfen leisten. Viele Viehhalter hätten Not, ihre Tiere zu versorgen, weil das Gras als Futter fehle.

Der Bauernverband befürchtet bundesweit Ernteausfälle von im Schnitt 20 Prozent, in einigen Regionen Brandenburgs sogar bis zu 70 Prozent. Eine kleine Entlastung sei für den einen oder anderen Hof, dass Erzeugerpreise um etwa zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen seien. Auch die für Landwirtschaft zuständige Vizechefin der Unions-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann, spricht sich für eine finanzielle Unterstützung aus: "Finanzhilfen sind nötig". Zugleich formieren sich unter den Ländern Erwartungen, dass sich der Bund beteiligt.

Trier/Berlin. Während die Region bisher noch glimpflich davonkommt, hat die Dürre für viele Bauern in Nord- und Ostdeutschland dramatische Folgen. "Gerade viele der kleinen und mittleren Betriebe haben sich von den Krisen der letzten Jahre kaum erholt", sagte Connemann den Funke-Zeitungen. "Es geht um Existenzen". Sie haben keine Rücklagen mehr. So warnt die SPD beispielsweise davor, einen wirtschaftspolitischen Präzendenzfall zu schaffen. Landwirte als Unternehmer seien "wie jeder Betrieb" auch unternehmerischen Risiken ausgesetzt. Natürlich könne in Ausnahmesituationen kurzfristig geholfen werden, "den grundsätzlichen Problemen wird man damit aber nicht gerecht", sagte er.

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