Gesundheitsprobleme - So ungesund leben die Deutschen

Gesundheitsstudie: Die Bewegungsmuffel

Forschern bereitet der Trend große Sorgen. Der Anteil der befragten Personen, die bewusst auf Bewegung, Ernährung, Nikotin- und Alkoholkonsum sowie auf einen gesunden Umgang mit Stress achten, sinkt im Vergleich zum DKV-Report 2016 erneut. Unter den Bundesbürgern gibt es immer mehr Bewegungsmuffel, wie aus einer Umfrage im Auftrag der Deutschen Krankenversicherung (DKV) hervorgeht.

Die Deutschen werden immer mehr zu Bewegungsmuffeln. Als Grundlage für die Studie führte ein Meinungsforschungsinstitut im Frühjahr bundesweit 2885 umfangreiche Telefoninterviews. Nur noch 43 Prozent der Bundesbürger erreichten das empfohlene Mindestmaß an körperlicher Aktivität. Vor acht Jahren haben noch 60 Prozent der Deutschen sich ausreichend bewegt. "Es ist ein trauriges Ergebnis". Das macht bei fünf Arbeitstagen schon 100 Minuten Bewegung. Die Hamburger und Sachsen sind Spitzenreiter in punkto gesunder Lebensstil.

Aber es gibt auch erfreuliche Botschaften: Die Zahl der Raucher geht weiter zurück.

Von den Menschen im unteren Verdienst-Segment gaben nur 55 Prozent an, in ihrer Freizeit überhaupt moderat oder intensiv körperlich aktiv zu sein. Jeder zehnte Deutsche gibt an, gar keiner körperlichen Aktivität für länger als zehn Minuten nachzugehen - weder bei der Arbeit noch in der Freizeit.

"Das große Einmaleins der körperlichen Aktivität steht daher dem Wissen über die Gesetzmäßigkeiten der Schwerkraft in nichts nach". Sie untersuchten die körperliche Aktivität, das Essverhalten, Stressempfinden und den Zigaretten- wie Alkoholkonsum der Deutschen.

Berlin. Auto statt Fahrrad, Fernsehen statt Spaziergang, Bürostuhl statt Werkbank: Die Deutschen sitzen bedenklich oft rum. Das lange Sitzen ist ein Risikofaktor für Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Mellitus, Rückenschmerzen oder Herz- und Kreislauferkrankungen. Nur neun Prozent haben genügend Bewegung, trinken wenig Alkohol, ernähren sich passend, rauchen nicht, und haben einen gesunden Umgang mit Stress. Ein Drittel (33 Prozent) der befragten Personen, die den Haushalt führen, fühlen sich ebenfalls allein.

Die meisten Nichtraucher leben demnach in Hessen, Baden-Württemberg und Hamburg, wo 82 Prozent der Menschen dem Glimmstängel die kalte Schulter zeigen.

Generell pflegen Frauen einen gesünderen Lebenswandel. Als positive Entwicklung ermittelte die Studie, dass immer mehr Menschen auf das Rauchen verzichten - mittlerweile 79 Prozent.

Laut den Ergebnissen im DKV-Report 2018 fühlen sich elf Prozent der Befragten manchmal einsam.

Insgesamt nimmt das Regenerationsgefühl der Deutschen zum Ende der Woche ab. Knapp ein Viertel von ihnen sagt, dass sie es fast nie schaffen, frisch in den Tag zu starten. 22 Prozent der jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren sind ihren eigenen Angaben zufolge jeden Morgen müde, berichtet Studienleiter Froböse.

Viele Menschen in Deutschland scheinen ein Problem mit der Stressbewältigung zu haben. Dies betrifft vor allem jüngere Menschen. "Ich glaube, dass wir in unserer Gesellschaft aktuell kein Belastungsproblem haben, sondern wir haben ein Regenerationsproblem", sagte Studienleiter Froböse.

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