Russische Journalisten bei Recherche zu russischen Söldnern in Afrika getötet

Russische Journalisten bei Investigativrecherche in Afrika getötet

Die Chefredakteurin des Zentrums, Anastasia Gorschkowa, sagte dem unabhängigen Sender Doschd, die drei getöteten Journalisten hätten am Sonntag einen Stützpunkt in Zentralafrika besuchen wollen, auf dem sich Wagner-Söldner befänden.

Das russische Außenministerium in Moskau bestätigte die Identität der drei Todesopfer. Die Männer seien jedoch nicht mit einem Journalistenvisum eingereist, sondern als Touristen, sagte Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa laut der Agentur Tass. Dann hätte er sich für ihre Freilassung eingesetzt. Die Überreste sollen in der kürzesten Zeit nach Russland transportiert werden, fügte sie hinzu. Nach vorläufigen Angaben starben die russischen Staatsbürger offensichtlich bei einem Raubüberfall.

Die Reporter arbeiteten an einem Dokumentarfilm für das "Ermittlungs-Kontroll-Zentrum" (TsUR), einer Medien-Organisation des Kreml-Kritikers Michail Chodorkowski, die bereits zuvor Dokumentationen über Putins engsten Machtzirkel veröffentlicht hatte.

Ein zentralafrikanischer Beamter sagte, die drei Journalisten seien bei einem Überfall nahe der Stadt Sibut getötet worden.

Der Informationsminister der Zentralafrikanischen Republik, Ange Maxime Kazagui, bestätigte, die Männer hätten sich nicht als Journalisten akkreditiert. Sie hätten lediglich abgelaufene Bescheinigungen russischer Redaktionen mit sich geführt. Orhan Dschemal, Alexander Rastorgujew und Kirill Radtschenko hatten angeblich über die russische Söldner-Gruppe "Wagner" recherchiert, die aus dem direkten Umfeld von Präsident Wladimir Putin geleitet wird. Russland setzt vielen Belegen zufolge - vor allem in Syrien - neben regulären Soldaten auch Söldner eben jener Privattruppe ein.

Chodorkowski sei entsetzt über den Tod der Journalisten, schrieb er. "Jetzt werde ich alles dafür tun, die Schuldigen zu finden", so der im Exil lebende frühere Grossunternehmer. Der Name Wagner ist ein Pseudonym des Ex-Geheimdienstoffiziers Dimitri Utkin, der die Truppe gegründet hat. Die Redaktion hatte am Sonntag zuletzt mit ihnen Kontakt. "Die russische Botschaft in der Zentralafrikanischen Republik und wir vom Außenministerium hatten keine Informationen über die Reise". Entgegen dem Rat von Sicherheitskräften seien sie an einem Checkpoint in Sibut weitergereist. Der Fahrer wurde verletzt, konnte aber fliehen. Kazagui erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, eine Ermordung der Journalisten durch Strassenräuber, welche einer bewaffneten Gruppierung angehören, sei "sehr plausibel".

Die UNO-Friedensmission schickte nach eigenen Angaben ein Team zum Tatort.

Laut UNO-Index gilt die Zentralafrikanische Republik als das ärmste Land der Welt. In Folge einer französischen Militärintervention und später einer UN-Friedensmission stabilisierte sich die Lage etwas. Auch die EU leitet einen militärischen Ausbildungseinsatz in dem Land, der jüngst um zwei Jahre verlängert wurde.

Polizisten der UN-Friedensmission unterstützen nun die zentralafrikanischen Ermittler.

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