Venezuelas Präsident überlebt Sprengstoffanschlag mit Drohne

Menschen in Uniformen in der Mitte wird Nicolas Maduro von Soldaten mit kugelsicheren Planen geschützt

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro ist nach Regierungsangaben einem Attentat entgangen. Leibwächter schützten den Staatschef mit schusssicheren Matten und eskortierten ihn von der Bühne, während Soldaten Deckung suchend vom Platz flüchteten.

Juan Manuel Santos, Präsident von Kolumbien, spricht bei einer konstituierenden Sitzung des Parlaments.

Venezuelas regierenden Sozialisten gibt dieses Attentat, wenn es denn eines war, alle Möglichkeiten an die Hand, ihren Feldzug gegen die Opposition in Gesellschaft und Armee fortzuführen - und auch die letzten Reste des Widerstandes gegen die Regierung zu brechen. Viele Menschen in dem Krisenland zweifeln generell am Wahrheitsgehalt amtlicher Mitteilungen. Er sei sich sicher, dass man ihn habe ermorden wollen.

Ich habe keinen Zweifel, dass die Ultrarechte Venezuelas mit der Ultrarechten Kolumbiens konspiriert hat und Präsident Juan Manuel Santos hinter dem Komplott steckt.

Er legt auch nahe, dass Exilvenezolaner aus den USA beteiligt gewesen seien. In der Erklärung wird nicht explizit auf Details zum mutmaßlichen Anschlag eingegangen. Er hoffe auf die Kooperation der Regierung von US-Präsident Donald Trump. Beweise wurden nicht vorgelegt.

Doch nährt eine Meldung der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) Zweifel an der offiziellen Drohnen-Version. Feuerwehrleute vor Ort erklärten, eine Gasflasche sei explodiert.

Die wirtschaftliche Lage in dem ölreichen Land ist katastrophal. Vor allem nachdem 2015 die Opposition die Parlamentswahlen gewonnen hatte, Maduro aber per Notverordnungen das Parlament umging, gab es immer wieder Proteste.

Rodriguez im staatlichen Rundfunksender VTV: "Das war ein Anschlag gegen die Person des Präsidenten Nicolás Maduro!" Das Außenministerium in Bogota bezeichnete sie als "absurd" und erklärte, die Anschuldigungen entbehrten jeder Grundlage. Santos übergibt am Dienstag das Amt an seinen gewählten Nachfolger Iván Duque. Zwar hat Santos Maduro stets wegen dessen schweren Verstößen gegen die Menschenrechte kritisiert.

Der Vorfall in Caracas wurde teilweise im Staatsfernsehen übertragen. "Heute hat man versucht, mich zu töten", beteuerte der linksnationalistische Präsident am Samstagabend während einer halbstündigen Rede, bei der er konfus wirkte und sich mehrfach widersprach.

Cilia Flores duckt sich und schaut erschrocken in den Himmel - da ahnt man schon, dass irgendwas nicht stimmt. Wie venezolanische Medien ergänzten, sollen die Drohnen mit Sprengstoff gefüllt gewesen sein - dazu gab es bisweilen aber keinen offiziellen Kommentar.

Zur Unklarheit trug das vermeintliche Bekenntnis einer bislang unbekannten Rebellengruppe bei. "Es ging darum, zwei Drohnen mit (Sprengstoff) C4 zum Podest des Präsidenten zu fliegen, aber Scharfschützen der Ehrenwache schossen die beiden Drohnen ab, bevor sie ihr Ziel erreichten", schrieb die Gruppe. "Wir haben gezeigt, dass sie verwundbar sind". Eine Überprüfung dieser Angaben war nicht möglich.

Das Schreiben und der Anschlag vom Samstag erinnern an den 27. Juni vergangenen Jahres, als der Hubschrauberpilot Oscar Pérez das Oberste Gericht in Caracas mit Granaten beschoss und die Streitkräfte zum Putsch gegen Maduro aufforderte. Befreundete sozialistische Staaten wie Bolivien, Kuba und Nicaragua solidarisierten sich mit Maduro. Das sei das Werk von "Terroristen" und "Kriminellen", sagte Nicaraguas Regierungssprecherin Rosario Murillo, die Frau von Staatschef Daniel Ortega. Auch die Türkei verurteilte den "Angriff", der "große Sorge" in Ankara ausgelöst habe.

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