Deutsche Wirtschaft in Iran fordert Hilfe von Bundesregierung bei Suche nach Geschäftsbanken

Seifert hält ein Klemmbrett mit Stift in der Hand und schaut auf die am Boden liegende große Rolle. Im Hintergrund wird eine weitere Rolle gerade von einem Kran hochgehoben. Dahinter ein weißes Frachtschiff

Ab Montag treten die US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft, die zuvor infolge des Atom-Deals eingestellt worden waren. Die USA drohen Geldhäusern, die direkt oder indirekt Transaktionen mit iranischen Instituten unterstützen, ebenfalls mit Sanktionen. Den USA geht es dabei längst nicht nur um das iranische Nuklearprogramm.

90 Tage später - im November - sollen dann besonders schmerzhafte Sanktionen wieder eingesetzt werden, mit deren Hilfe die Ölimporte anderer Länder aus dem Iran auf Null reduziert werden sollen.

Warum sollten sich deutsche Firmen überhaupt an US-Sanktionen halten? Viele Beschränkungen waren im Rahmen des internationalen Abkommens aufgehoben worden.

Der US-Präsident kritisierte außerdem, dass das Abkommen den Iran nicht daran hindere, doch eine Atombombe herzustellen. Die US-Regierung will den Einfluss Teherans im Nahen Osten zurückdrängen, wo die iranische Regierung in zahlreichen blutigen Konflikten mitmischt: Sie unterstützt Syriens Präsidenten Baschar al-Assad, die Hisbollah im Libanon, die Hamas im Gaza-Streifen, militante Schiiten-Gruppen im Irak und die Huthi-Rebellen im Jemen.

Das Hauptproblem von im Iran tätigen Unternehmen seien nicht fehlende Hermes-Bürgschaften oder mögliche Entschädigungszahlungen. Der Autor des Buches "The Art of Sanctions" ("Die Kunst der Sanktionen"), Professor Richard Nephew von der New Yorker Columbia-Universität, meint, Trump setze auf wachsenden Unmut im Volk darüber, was zu wachsendem Druck auf die Regierung in Teheran führen werde. Trump sagte vor wenigen Tagen überraschend, er sei bereit, sich mit der iranischen Führung zu treffen. Wie genau ein solches neues Abkommen aussehen sollte, sagte er nicht. Europäische Unternehmen, die sich erklärtermaßen an die US-Sanktionen halten wollen, müssen dafür im Prinzip eine Ausnahmegenehmigung bei der EU beantragen. Die Landeswährung Rial hat dramatisch an Wert verloren, die Inflation steigt. Zumal sich die wirtschaftliche Lage im Iran derzeit rapide verschlechtert.

Die EU-Kommission hatte zur Rettung des Atomabkommens mit dem Iran ein Abwehrgesetz gegen amerikanische Sanktionen beschlossen.

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai den einseitigen Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit Iran verkündet und neue Sanktionen für den 6. August angekündigt.

Die deutsche Regierung sichert auch weiterhin Geschäfte hiesiger Firmen mit dem Iran finanziell ab. Lieber ziehen sie aus dem Iran ab. Die EU sei "entschlossen", europäische Unternehmen, die an "rechtmäßigen" Geschäften mit dem Iran beteiligt seien, vor negativen Auswirkungen der US-Entscheidung zu schützen, erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Montag in einer gemeinsamen Stellungnahme mit Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), dem französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian und dem britischen Außenminister Jeremy Hunt.

Im Iran dürften von der Krise erst einmal die Hardliner und die Revolutionsgarden profitieren.

Irans Präsident Hassan Ruhani (69) will sich noch heute mit einer Fernsehrede an seine Landsleute wenden.

Ruhani hat mehrfach damit gedroht, bei einem US-Ölembargo die Strasse von Hormus zu schliessen und damit den internationalen Ölexport am Persischen Golf zu blockieren. Obwohl die Hardliner in den letzten fünf Jahren Niederlagen bei vier Wahlen hinnehmen mussten, wittern sie jetzt ihre Chance, an die Macht zurückzukehren. "Sie soll sich nicht nur auf die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit Iran positiv auswirken, sondern auch und vor allem auf das Leben der Menschen im Land".

Related:

Comments

Latest news

Auch der Audi-Konzern hat am WLTP-Prüfzyklus zu leiden
Der deutlich gestiegene Netto-Cashflow des Audi-Konzerns belief sich in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 2672 Mio. Bei der Umstellung auf den WLTP-Standard sei Audi noch nicht fertig, einige Modelle sind vorübergehend nicht lieferbar.

Brasilien - 30-Jähriger Mathematiker aus Bonn mit Fields-Medaille ausgezeichnet
Altmann erklärt in dem Interview auch, wie das Mathe-Genie denkt: "Die Informationsdichte in Mathematiktexten ist sehr hoch. Bei Internationalen Mathe-Olympiaden für Schüler gewann er in den Jahren vor dem Abi drei Goldmedaillen hintereinander.

Handelsstreit - Trump droht China mit höheren Strafzöllen
China leitet eine Untersuchung ein und wendet "Antisubventionsmaßnahmen" gegen Sorghum-Hirse aus den USA in Höhe von 1,1 Mrd. Chinas Regierung hatte Trump zuvor vor einer weiteren Verschärfung des Konfliktes gewarnt und mit Gegenmaßnahmen gedroht.

Gegen die Hitze: Ab ins Kühlhaus: "Cooles" Angebot in Friedberger Supermarkt
Erfrischung im Kühlhaus: Supermarkt mit GeschäftsideeFür drei Euro kann man sich zwei Minuten lang im Kühlhaus abkühlen. Bislang hätten sich etwa 20 Kunden die Erfrischung gegönnt, sagte Inhaber Lars Koch am Mittwoch.

Mobiles Bezahlen: Apple bringt iPhone-Bezahldienst nach Deutschland
Juli auf Macwelt.de über die offenbar bevorstehende Einführung von Apple Pay in Österreich. Der geplante Start des Bezahldienstes Apple Pay ruft aber auch die Politik auf den Plan.

Other news