Dynamische Preise: So trickst der Online-Handel

Pakete auf einem Fließband

"Generell empfiehlt es sich, Preise online aufmerksam zu beobachten". Besonders betroffen waren Elektronik-Produkte und Medikamente. So schwankte beispielsweise der Preis für ein beliebtes Telefon bei einem Elektronikmarkt zwischen 580 und 800 Euro. Kaufte ein Kunde am 14. Februar dieses Jahres ein, bezahlte er 79,95 Euro, am Tag darauf waren es 199,95 Euro. Das ist das Ergebnis einer am Montag veröffentlichten Studie des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Ob Bekleidung oder Elektroartikel: Die Preise von Produkten ändern sich im Online-Handel öfter und schneller, als es die Verbraucher von den Geschäften in den Innenstädten gewohnt sind. Beim mit rund zwei Drittel größten Teil änderten sich die Preise im genannten Zeitraum bis zu drei Mal, 36 Prozent reichten von 4 bis zu 15 Änderungen während der Beobachtung und 4 Prozent wurden mit 32 verschiedenen Preisen im Durchschnitt fast täglich geändert. Im Bereich Freizeit und Hobby, bei Baumärkten sowie Luxus und Schmuck wurden insgesamt weniger häufig Preisveränderungen beobachtet. Dazu zählen die Online-Shops von Mediamarkt, Comtech, Sanicare, DocMorris, ATU, Otto und Zalando. Auch gibt die Untersuchung keinen Aufschluss darüber, welche Artikel genau beobachtet wurden - bei bestimmten Produkten sind Tagespreise zum Beispiel nicht unüblich. Über einen Monat haben die digitalen Marktwächter insgesamt 1.133 Produktpreise bei 16 deutschen Online-Händlern abgefragt. Im Falle eines Handys des Media-Markts lagen 220 Euro zwischen dem niedrigsten und dem höchsten angebotenen Preis. Für Durchblick bei Verbrauchern sorgt das Internet selbst: Mit Suchmaschinen wie idealo.de lassen sich Preise vergleichen, Verläufe beobachten und sogenannte Preiswecker einstellen - die informieren den Kunden, sobald ein Produkt den Wunschpreis erreicht hat. "Wer zusätzlich zu heruntergesetzten Produkte noch weitere bestellt, sollte daher aufpassen.", erklärt Michèle Scherer, Referentin Digitale Welt der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein. Das trifft auch bei schlechter Nachfrage zu. Ob Abend oder Morgen - entscheidend für den angezeigten Preis ist auch der Zeitpunkt: Beim Online-Händler ATU waren im Untersuchungszeitraum Autobatterien und Reifen jeweils am Vormittag teils bis zu 30 Prozent teurer als am Nachmittag zuvor. "Zudem hat er keinen verlässlichen Referenzpreis mehr, an dem er den Wert eines Produkts bemessen kann".

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