Klimaforscher warnen vor einer längeren Heißzeit

Trockener Staudamm In Südafrikas Kapregion herrscht seit drei Jahren Dürre

Am heutigen Dienstag dreht der Super-Sommer sogar nochmal auf: Mindestens 37 Grad erwarten die Meteorologen für NRW - es wird der voraussichtlich heißeste Tag des Jahres im bevölkerungsreichsten Bundesland (hier mehr lesen). In einer neuen Studie weisen sie darauf hin, dass sogar die Gefahr einer Heißzeit selbst beim Einhalten des Pariser-Klimaabkommens nicht ausgeschlossen werden kann. Der Meeresspiegel würde dann um zehn bis 60 Meter ansteigen, wie das internationale Forscherteam in einem Artikel diskutiert.

Zu den Faktoren, welche die Entwicklung vorantreiben, zählen den Forschern zufolge unter anderem die auftauenden Permafrostböden in Russland, Kanada und Nordeuropa, die Eisschmelze in der Antarktis und das Regenwaldsterben.

Die klimarelevanten Faktorenkönnten sich wie eine Reihe von Dominosteinen verhalten, sagte Mitautor Johan Rockström, Direktor des Stockholm Resilience Centre und designierter Ko-Direktor des PIK. "Wird einer von ihnen gekippt, schiebt dieses Element die Erde auf einen weiteren Kipppunkt zu". "Der Rückkopplungsprozess würde sich beim Überschreiten eines kritischen Punkts selbst verstetigen", warnen die Forscher. Das Ergebnis wäre eine Welt, die anders ist, als alles, was wir kennen. Die Forschung müsse sich deshalb schnellstmöglich daran machen, dieses Risiko besser abzuschätzen, meint auch Schellnhuber. Es könnte also schwieriger werden als bisher angenommen, die globale Erwärmung bei 1,5 bis zwei Grad Celsius sicher zu stoppen.

Derzeit ist die Erde im Durchschnitt bereits gut ein Grad wärmer als noch vor Beginn der Industrialisierung Ende des 18. Jahrhunderts.

Selbst wenn das Unter-zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens eingehalten würde, könnte sich der Klimawandel immer weiter verstärken.

Kippelemente im Erdsystem seien mit schweren Felsbrocken am Strand vergleichbar, so Schellnhuber. Würden diese langsam, aber unaufhörlich unterspült, könnte irgendwann schon die Landung einer Fliege an einer neuralgischen Stelle ausreichen, um die Brocken kippen zu lassen. "Im planetarischen System gibt es bereits derart unterspülte Felsbrocken, die wir als Kippelemente bezeichnen. Ist die Erderwärmung weit genug fortgeschritten, reicht vielleicht schon eine kleine Veränderung aus, um diese Elemente in einen ganz anderen Zustand zu stossen".

Vorstellbar sei etwa, dass der Verlust des Eises in einigen Regionen der Westantarktis bereits solche Kippunkte überschritten habe, ergänzt Hans Joachim Schellnhuber vom PIK. Man könne sich nicht darauf verlassen, dass das Erdsystem bei zwei Grad langfristig sicher "geparkt" werden könne, sagte Schellnhuber. Und der Kollaps des grönländischen Eisschildes könnte bereits bei einer Temperaturerhöhung um 2 Grad einsetzen. "Die roten Linien für einige der Kippelemente liegen wohl genau im Pariser Korridor zwischen 1,5 und zwei Grad Erwärmung".

Der Artikel bleibe recht unkonkret, kommentiert Klimaforscher Reto Knutti von der ETH Zürich. Er teilt zumindest die Sorgen der Studienautoren: Auch wenn es nicht möglich sei, die exakte Erdtemperatur zu bestimmen, bei der eine Kaskade von Kippelementen die Erde in Heißzeit bringe, sei es richtig, sich Gedanken zu machen.

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