Unrechtmäßig abgeschobener Afghane auf dem Weg nach Deutschland

Abgelehnte afghanische Asylbewerber werden ausgeflogen

Seine Klage gegen die Ablehnung des Asylbescheids lief noch. Eine Panne, räumten die Behörden ein.

Nasibullah S. hatte im Dezemeber 2015 Asyl in Deutschland beantragt.

Der zu Unrecht nach Afghanistan abgeschobene Asylbewerber Nasibullah S. ist auf dem Weg zurück nach Deutschland. In Islamabad soll ihm die deutsche Botschaft ein gültiges Visum für die Weiterreise nach Deutschland ausstellen. Sein Rückflug nach Deutschland ist daher auf Sonntag verschoben worden.

Der Mann, der seit 2015 in der Bundesrepublik lebte, war einer von 69 Menschen, die Anfang Juli mit einem Charterflug aus München nach Afghanistan abgeschoben worden waren.

"Wegen des laufenden Asylklageverfahrens hätte keine Abschiebung erfolgen dürfen", zitierte der Sender einen Sprecher des Verwaltungsgerichts Greifswald. Gegen seinen Ablehnungsbescheid hatte er geklagt - das Verfahren war zum Zeitpunkt seiner Abschiebung aber noch nicht abgeschlossen. In der Woche nach der Abschiebung hätte der Flüchtling vor Gericht angehört werden sollen. Die Rückreise wird von der Internationalen Organisation für Migration vorbereitet, die Kosten trage das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte die Höhe der Zahl der Menschen bei dieser Sammelabschiebung hervorgehoben und sie scherzhaft in Zusammenhang mit seinem 69. Geburtstag an diesem Tag gebracht. Dort wagte sich Nasibullah S. kaum vor die Tür, berichtet er: "Ich habe große Angst, immer wenn ich auf die Straße gehe. Denn die Stadt ist überall unsicher, ständig gibt es Explosionen, Selbstmordanschläge", sagte er NDR und SZ. Er will darüber aber im Moment nicht nachdenken.

Seine Anwältin Sonja Steffen sagte, die Chancen durch die unrechtmäßige Abschiebung seien weder besser noch schlechter geworden. "Deswegen ist meine Forderung, dass vor jeder Abschiebung nochmalsehr sorgfältig gecheckt wird, ob die Abschiebung rechtmäßig ist". Für Aufsehen sorgte auch der Fall eines anderen Afghanen, der im Oktober rechtswidrig aus Deutschland abgeschoben worden war und im Dezember zurückkehrte. Er darf nun hier bleiben. Ein Gericht in Gelsenkirchen hatte am Abend zuvor entschieden, dass dies wegen Foltergefahr in Tunesien nicht zulässig sei - der Beschluss wurde aber erst übermittelt, als die Chartermaschine fast zur Landung in Tunis angesetzt hatte.

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