Restaurator soll mehrere Gemälde ruiniert haben: Urteil fällt vor Oberlandesgericht

Galerist mit mutmaßlich beschädigten Kunstwerken

Ein Restaurator muss einem Galeristen 26.000 Euro Entschädigung zahlen. Deswegen verklagte er ihn und forderte Schadensersatz sowie Erstattung der Kosten für die Gutachten und Werklohn zurück. Das Oberlandesgericht München bestätigte am Mittwoch weitgehend ein früheres Urteil des Landgerichts Traunstein, das der Restaurator angefochten hatte. Es war 2009, als der Münchner Galerist einem Restaurator vier Ölgemälde übergab, um sie reinigen zu lassen. Der ging daraufhin in Berufung.

Auch um dieses Bild geht der Rechtsstreit: "Der Schreiber" von Carl Spitzweg soll um das Jahr 1860 entstanden sein. Baumgartl atmet auf. Sein Gegner ist nicht erschienen. Es soll vor der Restaurierung einen Zeitwert von 20 000 bis 25 000 Euro gehabt haben. Nachdem der Mann das Bild gereinigt habe, sei der Verkaufswert auf 5.500 Euro gesunken, so der Vorwurf des klagenden Galeristen. Der Restaurator wehrte sich: Die Gemälde seien schon zuvor in einem schlechten Zustand gewesen. Anfang Juli kam ein Kunsthistoriker als Zeuge zu Wort, der im Dezember 2010 - nach der Restaurierung des Gemäldes - ein Gutachten erstellt hatte. Dadurch sei die oberste Farbschicht beschädigt worden und etliche Details seien verloren gegangen.

Den Spitzweg hatte Baumgartl 2011 in einem Kölner Auktionshaus versteigern lassen. Es sei ein Verlust, materiell wie immateriell.

Ob der Galerist nun mit dem Prozess abschließen kann, wird sich zeigen.

Eine Revision gegen das Urteil ließ der Senat nicht zu.

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