Restaurator soll mehrere Gemälde ruiniert haben: Urteil fällt vor Oberlandesgericht

Galerist Andreas Baumgartl zeigt in seiner Galerie drei der beschädigten Kunstwerke

Ein Restaurator muss einem Galeristen 26.000 Euro Entschädigung zahlen. Deswegen verklagte er ihn und forderte Schadensersatz sowie Erstattung der Kosten für die Gutachten und Werklohn zurück. Das Oberlandesgericht München bestätigte am Mittwoch weitgehend ein früheres Urteil des Landgerichts Traunstein, das der Restaurator angefochten hatte. Es war 2009, als der Münchner Galerist einem Restaurator vier Ölgemälde übergab, um sie reinigen zu lassen. Der ging daraufhin in Berufung.

Auch um dieses Bild geht der Rechtsstreit: "Der Schreiber" von Carl Spitzweg soll um das Jahr 1860 entstanden sein. Baumgartl atmet auf. Sein Gegner ist nicht erschienen. Es soll vor der Restaurierung einen Zeitwert von 20 000 bis 25 000 Euro gehabt haben. Nachdem der Mann das Bild gereinigt habe, sei der Verkaufswert auf 5.500 Euro gesunken, so der Vorwurf des klagenden Galeristen. Der Restaurator wehrte sich: Die Gemälde seien schon zuvor in einem schlechten Zustand gewesen. Anfang Juli kam ein Kunsthistoriker als Zeuge zu Wort, der im Dezember 2010 - nach der Restaurierung des Gemäldes - ein Gutachten erstellt hatte. Dadurch sei die oberste Farbschicht beschädigt worden und etliche Details seien verloren gegangen.

Den Spitzweg hatte Baumgartl 2011 in einem Kölner Auktionshaus versteigern lassen. Es sei ein Verlust, materiell wie immateriell.

Ob der Galerist nun mit dem Prozess abschließen kann, wird sich zeigen.

Eine Revision gegen das Urteil ließ der Senat nicht zu.

Related:

Comments

Latest news

Apple Music startet neuen wöchentlichen "Freunde Mix"
Denkbar ist aber, dass Apple trotzdem hinter den Kulissen an neuen Funktionen arbeitet und diese unabhängig davon integriert. Erstaunlicherweise erklärt Tim Cook, dass Apple nicht daran interessiert sei, mit Apple Music Gewinne zu erwirtschaften.

Air Berlin: Flöther will Geld von Etihad sehen
Der Bund hat bisher 74,4 Millionen Euro zurückgezahlt bekommen, wie eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte. Flugzeuge sowie Start- und Landerechte des Unternehmens sicherten sich unter anderem die Lufthansa, Easyjet und Niki Lauda.

Otto Waalkes darf zum ‚Grinch' werden!
Das teilte die Produktionsfiurma Universal Pictures International Germany am Dienstag anlässlich der Filmmesse in Düsseldorf mit. In der Neuverfilmung zum Buchklassiker Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat von Theodor Seuss Geisel, eher bekannt als Dr.

Immer mehr Kindergeld wandert ins Ausland: Massenhafter Betrug?
September nach Berlin eingeladen, um über die Probleme zu sprechen, sagte sie: "Wir werden die Kommunen nicht allein lassen". Wie stehen die Chancen für eine europäische Lösung? Das widerspreche dem Sinn der europäischen Freizügigkeit.

FPÖ-Generalsekretär attackiert Wolfgang Ambros und Rainhard Fendrich
Auf fachlicher Ebene könne man über alles reden, sowohl Fendrich als auch Ambros würden sich aber nur in "Schimpftiraden" üben. Ambros lehnt die Einladung allerdings ab, wie sein Manager Peter Fröstl auf Anfrage von ORF Wien erklärt.

Other news