Börse in Frankfurt: Türkei-Krise erfasst den Dax - Wirtschaft

Frankfurt Händler verfolgen auf ihren Monitoren im Handelssaal der Börse die Kursentwicklung

Der in den Tagen zuvor noch träge Dax fiel zeitweise um 2,25 Prozent und erreichte bei 12.390 Punkten den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat. Am Ende verlor er noch 1,99 Prozent auf 12.424,35 Punkte. "Die Angst vor einer Zahlungsbilanzkrise greift um sich", kommentierte Claudia Windt von der Helaba die jüngste Entwicklung in der Türkei.

Für den MDax der mittelgrossen deutschen Unternehmen ging es am Freitag bislang um 0,94 Prozent abwärts auf 26 730,75 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,65 Prozent auf 2928,81 Punkte. Die Länderindizes in Frankreich und Großbritannien konnten sich dem Druck nicht entziehen, wenngleich die Verluste vor allem beim Londoner FTSE 100 deutlich kleiner ausfielen.

Einem Medienbericht zufolge sorgt sich inzwischen auch zunehmend die Europäische Zentralbank (EZB) um Bankhäuser mit starkem Engagement in der Türkei. An der Wall Street gab der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,6 Prozent nach.

Der europäische Bankensektor gab am Freitagvormittag als zweitschwächster der Stoxx-600-Branchenübersicht um 1,5 Prozent nach.

Laut Marktexperten wurden die beiden Banken in Sippenhaft genommen, auch wenn die beiden Häuser in der Türkei weniger stark engagiert sind als andere Institute Europas.

Halbleiterwerte wie Infineon aus dem Dax sowie Aixtron aus dem TecDax mussten nach einer skeptischen Analyse Kursverlust von 2,8 beziehungsweise 6,4 Prozent einstecken.

Ein Kurseinbruch von mehr als 9 Prozent bereitete im MDax den Anlegern von K+S Kopfschmerzen. Der Dünger- und Salzproduzent wird seinen operativen Gewinn in diesem Jahr wohl nicht so stark steigern wie von Analysten erhofft. Gleiches galt für den Euro, der fast 13 Prozent gewann und mit 7,2354 Lira ebenfalls so viel kostete wie noch nie.

Als bester TecDax-Wert gewannen die Papiere des IT-Dienstleisters Bechtle fast 5 Prozent und profitierten dabei von der Anhebung der Jahresziele. Sie rentierten mit 2,84 Prozent. Beim Medizintechnik-Konzern Carl Zeiss Meditec brummt weiterhin das Geschäft mit Augenlasern, Diagnostikgeräten und Operationsmikroskopen. Die Lira brach am Freitag zu US-Dollar und Euro um jeweils etwa 15 Prozent ein. Auch der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Mittag wurden für eine Feinunze 1.209,88 US-Dollar gezahlt (-0,21 Prozent). Sie rückten um 0,7 Prozent vor.

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