Dürre kostet jetzt schon mehr als eine Milliarde Euro

Der Dürre-Sommer setzt den Pflanzen in Norddeutschland mächtig zu. Auch auf den Weihnachtsbaum Plantagen in Schleswig Holstein stöhnt man unter der wochenlangen Trockenheit

Bund und Länder wollen sich nun einen aktuellen Überblick verschaffen. Am kommenden Mittwoch werde das Bundeskabinett beschließen, sogenannte Zwischenfrüchte auf ökologischen Vorrangflächen für die Futternutzung freizugeben, sagte die CDU-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). Dadurch sollen die Artenvielfalt gefördert und der Gewässerschutz verbessert werden. "In Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz zum Beispiel sind viele Landwirte weniger betroffen". Zudem werde ein Teil der Ausfälle bei Getreide durch Preissteigerungen ausgeglichen. Im Norden und Osten, zum Beispiel in Sachsen, sehe es dagegen vielerorts sehr schlimm aus. "Ich arbeite im Dienste des Allgemeinwohls und der Steuerzahler", sagte die Ministerin dem "Spiegel". Ein Treffen von Experten des Ministeriums sollte am Montag in Berlin zur Klärung beitragen, bereits Ende Juli hatte es eine erste Bestandaufnahme gegeben. Bei den Schäden beobachten auch die Länder regionale Unterschiede. Laut ersten Schätzungen aus den Ländern hat die wochenlange Trockenheit in vielen Regionen Deutschlands bislang Schäden von mehr als einer Milliarde Euro in der Landwirtschaft angerichtet. Der Deutsche Bauernverband hatte wegen der anhaltenden Dürre mit Nachdruck schnelle Unterstützung für die Landwirte gefordert und dabei die Summe von einer Milliarde Euro genannt. "Staatliche Maßnahmen sollten weiterhin die Ausnahme bleiben", sagte sie. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat die Forderung nach Soforthilfen allerdings zurückgewiesen.

Für Hilfsmaßnahmen bei Extremwetterereignissen sind die Länder zuständig, bei Ereignissen von nationalem Ausmaß kann aber auch der Bund Hilfen leisten. Zuletzt war 2003 wegen einer Dürre ein Schaden von "nationalem Ausmaß" registriert worden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur summieren sich die Dürre-Schäden der Länder mittlerweile auf 1,1 Milliarden Euro.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 12. August 2018 um 16:00 Uhr.

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