Neues Kapitel im "Wirtschaftskrieg": Türkei belegt Produkte aus den USA mit Strafzöllen

Frauen gehen in Istanbul an einer Moschee vorbei an der eine große türkische Fahne hängt. Die USA wollen nicht lockerlassen bis der in der Türkei in Hausarrest sitzende US-Pastor Andrew Brunson wieder bei seiner Familie sei

Am Mittwoch wies ein Gericht in Izmir einen erneuten Antrag Brunsons auf seine Freilassung zurück.

Das Verhältnis zwischen den Nato-Partnern Türkei und USA ist wegen verschiedener Themen angespannt.

Die US-Wirtschaftzeitung Financial Times berichtet von der heutigen TV-Ansprache von Recep Tayyip Erdogan. Auch für andere Waren gelten demnach künftig höhere Zölle, darunter für Kosmetika, Reis und Kohle.

Eine am frühen Mittwochmorgen im Staatsanzeiger veröffentlichte Liste beinhaltet 22 zusätzliche Zölle. "Was du sehen willst, ist eine strenge Geldpolitik, eine strenge Steuerpolitik und die Anerkennung, dass es kurzfristig ökonomische Schmerzen geben mag", sagte der Ökonom Craig Botham von Schroders. In der neuen Liste sind diese allerdings nicht zu finden.

Angesichts der Währungskrise in der Türkei sind viele Bürger verunsichert und verzichten auf aufschiebbare Anschaffungen. Die Landeswährung legte zwar zu, ein Dollar kostete mit 6,55 Lira etwa 4,5 Prozent weniger als am Montag.

Aus Frustration über mangelnde Fortschritte in den Verhandlungen hatte Trump am Freitag Zölle auf die Einfuhr von türkischem Stahl und Aluminium stark erhöht.

Die türkische Lira ist seit Jahresanfang um mehr als 40 Prozent gegenüber dem Dollar gesunken, was durch eine sich selbst verstärkende Mischung aus konfrontativer Politik, wirtschaftspolitischer Verwirrung und US-Zollerhöhungen herbeigeführt wurde. Türkische Ermittler werfen Brunson Verbindungen zu dem in den Vereinigten Staaten lebenden Geistlichen Fethullah Gülen vor, der nach Darstellung der Regierung in Ankara hinter dem Putschversuch vor zwei Jahren steckt.

Ein US-Botschaftsmitarbeiter habe Brunson am Dienstag in der Haft besucht. Sollte sich hier in den kommenden Tagen oder in der nächsten Woche nichts ändern, würden die USA zusätzliche Maßnahmen einleiten, sagte ein Vertreter des US-Präsidialamtes der Nachrichtenagentur Reuters.

Der stellvertretende Präsident Fuat Oktay twitterte, die Türkei habe dem Prinzip der Gegenseitigkeit folgend nach den "bewussten Angriffen der US-Regierung Steuern auf einige Produkte aus den USA" erhoben.

Erdogan machte erneut klar, dass er ausländische Kräfte hinter der wirtschaftlichen Krise in seinem Land sieht. Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu 35 Jahre Gefängnis.

Am Montag unterzeichnete Präsident Trump den National Defense Authorization Act (NDAA) über 716 Milliarden Dollar für das Haushaltsjahr 2019, in dem unter anderem gefordert wird: "Eine Bewertung des möglichen Erwerbs des Luft- und Raketenabwehrsystems S-400 durch die Regierung der Republik Türkei aus der Russischen Föderation und der möglichen Auswirkungen eines solchen Erwerbs auf die bilateralen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei, einschließlich einer Bewertung der Auswirkungen auf andere Waffensysteme und Plattformen der Vereinigten Staaten, die gemeinsam mit der Republik Türkei betrieben werden".

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