Brücken-Tragödie in Genua: Mindestens 42 Tote - und neue Schuldzuweisungen - Panorama

Nach dem verheerenden Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua mit mehr als 40 Toten mehren sich in Italien die Schuldzuweisungen. "Wir wollten diesem Treffen einen symbolischen Wert geben", sagte der Regierungschef. Laut Conte wurde bei der Sitzung auch eine Soforthilfe von fünf Millionen Euro freigegeben. Regierungschef Giuseppe Conte wurde am Abend in Genua erwartet. Die Brücke ist Teil der Autobahn 10, die auch als "Autostrada dei Fiori" bekannt ist und von vielen Urlaubern genutzt wird.

Elf Überlebende seien aus den Trümmern geborgen worden, sagte Bürgermeister Marco Bucci dem Fernsehsender SkyTG24. Das Bild eines Autobahnviadukts, das 40 Meter in die Tiefe stürzt, mag unfassbar erscheinen. Unter den Toten soll auch ein neuen Jahre altes Kind sein.

Mehr als 300 Rettungskräfte waren nach Angaben der Feuerwehr im Einsatz.

Ihm zufolge wird der Einsturz weitreichende Konsequenzen haben, da die Brücke komplett abgerissen werden müsse. Drei Krankenhäuser in Genua wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Verkehrsminister Danilo Toninelli schloss derweil aus, dass Bauarbeiten an der Brücke Grund für den Einsturz seien. Die Regierung werde nicht das Ergebnis der Untersuchungen abwarten, bevor sie tätig werde. "Die Stadtverwaltung schließt sich der Trauer von Giovanni, einem Vorzeige-Bürger, wegen des Verlustes seines Neffen in der furchtbaren Tragödie von Genua, an".

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, das Generalkonsulat Mailand stehe in engem Kontakt mit den italienischen Behörden, um Informationen auch zu eventuellen deutschen Opfern zu sichern. Weitere Angaben konnten nicht gemacht werden.

Auf einem Video, den die italienische Polizei ins Internet stellte, sind zwei Teile einer abgebrochenen Brücke zu sehen.

Zwischen beiden Seiten klafft eine riesige Lücke. "Florenz ist bei der Familie des florentinischen Buben, der sein Leben während des dramatischen Einsturzes verloren hat und bei den Angehörigen aller anderen Opfer", so Bürgermeister Dario Nardella. Wie das Unternehmen am Dienstag auf seiner Homepage mitteilte, sei an der Sohle des Polcevera-Viadukts gearbeitet worden. Auf der Brücke habe ein Baukran gestanden. Es gebe aber unter der Brücke noch immer "zahlreiche Vermisste", sagte Toti.

Im Licht großer Scheinwerfer und mit Unterstützung von Spürhunden suchten hunderte Einsatzkräfte unter den schweren Betonteilen nach Verschütteten.

Der "Viadotto Polcevera" war nach vierjähriger Bauzeit 1967 vom damaligen Staatspräsidenten Giuseppe Saragat eröffnet worden. Der etwa 1100 Meter lange Viadukt wird von 90 Meter hohen Pylonen - drei davon mit Schrägseilen - gestützt. Plötzlich brach auf 50 Metern Höhe ein etwa 100 Meter langer Abschnitt des Bauwerks zusammen.

Die Schrägseilbrücke wird von den Genuesen auch "Ponte di Brooklyn", also "Brooklyn Bridge", genannt. Die meisten seien am Ende ihrer Dienstfähigkeit angelangt, denn sie stammten aus den 1950er- und 1960er-Jahren. "Wenn äußere Zwänge uns davon abhalten, in sichere Straßen und Schulen zu investieren, dann müssen wir wirklich hinterfragen, ob es Sinn macht, diese Regeln zu befolgen".

Rettungsarbeiten unter den Trümmern der eingestürzten Morandi Autobahnbrücke. Sterne-Chef und Vize-Ministerpräsident Luigi Di Maio machte ebenfalls das Unternehmen für die Tragödie verantwortlich. Bereits im Oktober 2016 war ein Viadukt in der Nähe des Comer Sees zusammengebrochen. Es seien mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Feuerwehr. Die Überführung hatte unter der Last eines Schwertransporters nachgegeben.

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