Studie: Salz nicht so ungesund wie bisher erwartet

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Eine Vergleichsstudie mit 18 Ländern belegt, dass Salz zwar den Blutdruck erhöht, nicht aber zwingend das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder die Sterberate.

Bei den rund 90.000 Teilnehmern wurden dann über durchschnittlich 8 Jahre die Entwicklung der Blutdruck-Werte sowie die Rate der kardiovaskulären Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt und die daraus resultierenden Todesfälle ermittelt.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, die Aufnahme von Natrium auf nicht mehr als zwei Gramm pro Tag zu reduzieren. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt "The Lancet". Die Tageshöchstdosis liegt dort aut den Wissenschaftlern bei sechs Gramm Natrium pro Tag. Entsprechend erfolglos sind derartige Ernährungsempfehlungen - in keinem Land der Welt würde der Salzkonsum diesen Richtlinien folgen, so die Beobachtung der Forscher um den Biostatistiker und Epidemiologen Andrew Mente von der kanadischen McMaster University in Hamilton. Keine der analysierten Gemeinschaften nahm weniger als 3 Gramm Natrium pro Tag zu sich.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die schädlichen Auswirkungen von Natrium (erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und Schlaganfälle) nur in Ländern wie China auftreten, wo die großzügige Verwendung von Sojasoße zu Natriumgehalten von über fünf Gramm pro Tag führt. Das sei hauptsächlich in China der Fall, in den meisten anderen Ländern liege er darunter. Dennoch warnt er davor, nun die geltenden Ernährungsempfehlungen zu ändern. Der Körper brauche essentielle Nährstoffe wie Natrium, aber die Frage ist, wie viel benötigt er davon. Wer sich salzarm ernährt, riskiert damit sogar, früher zu sterben. Tatsächlich gebe es schon den Vorschlag, dies in US-amerikanischen Gefängnissen zu tun - ein Hinweis darauf, wie schwer es sei, den Salzkonsum im Rahmen von Tests zu beschneiden, da viele Menschen eine salzarme Kost ablehnten. "Schlechte Wissenschaft" wurde etwa geurteilt, die American Heart Association (AHA) focht die Arbeit als falsch an, während die Deutsche Hochdruckliga die Ergebnisse in einer Pressemitteilung als "kontrovers und durchaus kritisch" bezeichnete. Eine neue Studie behauptet aber etwas anderes.

Neben einer extrem hohen, ist auch eine zu geringe Salz-Aufnahme den Ergebnissen zufolge ebenfalls bedenklich. Neben dem Natrium-Wert hatten sie auch regelmäßig den Kalium-Wert ermittelt. Es ist allerdings unklar, ob die positiven Effekte direkt auf das Kalium zurückzuführen sind oder einfach Anzeichen einer generell gesunden Lebensweise mit viel Obst und Gemüse. Die Empfehlungen zum Konsum von Salz sind allerdings schwer umzusetzen. "Salzreduktions-Evangelisten" und "Salz-Zusatz-Libertäre" sollten ihren Grundsatzstreit beiseite stellen und "die Hypothese unterstützen, dass eine Ernährung, die reich an Kalium ist, wesentlich größere Gesundheitsvorteile mit sich bringt als eine aggressive Natriumreduktion".

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