Bank falsches Gold für 300.000 Euro angedreht

Die Sparkasse Göttingen hat die Goldbarren ungeprüft angenommen

Nun, es ist nicht alles Gold, was glänzt.

In dieser Woche hat vor dem Amtsgericht Göttingen der Prozess gegen den beschuldigten jungen Mann begonnen.

Göttingen. Ein junger Mann aus Göttingen soll einer Bank in seiner Heimatstadt Falschgold für rund 300.000 Euro angedreht haben. In zehn Fällen soll er dem Kreditinstitut im Jahr 2016 gefälschte Goldbarren und -münzen verkauft haben, die er zuvor im Internet günstig erworben haben soll. Laut Experten könnte die Ware aus China stammen.

Der Bundesbank in Frankfurt sei ein vergleichbarer Fall nicht bekannt, sagte ein Sprecher. Eigentlich kauften Banken Gold nur unter Vorbehalt an und ließen es zunächst prüfen. Erst als schließlich auch die Mutter des 20-Jährigen Falschgold verkaufen wollte, lehnte die Bank ab. Die zahlte ihm dafür 300.000 Euro aus. Er muss sich nun vor Gericht wegen Betrugs verantworten.

Die Bank hatte laut Staatsanwaltschaft lange Zeit keinen Verdacht geschöpft.

In China soll es möglich sein, Metallbarren, Kupfer, Messing oder Wolfram mit hauchdünnem Goldüberzug und täuschend echter Goldbarrenverpackung billig zu erwerben.

Der Schwindel flog erst auf, als die Sparkasse das Gold weiter verkaufen wollte. "Weitere Prüfmöglichkeiten sind die elektrische Leitfähigkeit, die Ultraschallprüfung oder die Bestimmung der spezifischen Dichte", hieß es in einer Mitteilung der Bundesbank. Überrascht ist auch die Göttinger Staatsanwaltschaft: "Von einem derartigen Fall habe ich noch nie gehört", sagte Sprecher Andreas Buick. Über den Betrug hatte zuvor das "Göttinger Tageblatt" berichtet. Dafür bekam er knapp 6.000 Euro. Bis Ende November sei er neun weitere Male am Schalter erschienen. Dabei habe er mal 20, mal 40 und in einem Fall sogar 80 Barren vermeintliches Gold verkauft. Kunden der Bank sei kein Schaden entstanden. Wann ein Urteil gefällt werden kann, ist noch unklar. Das Verfahren sei ausgesetzt, sagte ein Richter.

Derzeit wird ermittelt, wie hoch der Schaden für die Göttinger Sparkasse und die anderen Banken ist, die das falsche Gold ebenfalls gekauft hatten.

Die Echtheit des Goldes soll kein einziges Mal überprüft worden sein.

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