Autostrade-Chef sagt 500 Mio. Euro für Aufbau von Brücke zu

Mittlerweile ist die Opferzahl nach dem Brückeneinsturz von Genua auf 41 angestiegen

Derweil weist die private Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia die Verantwortung für den verheerenden Brückeneinsturz in Genua von sich. In der Halle standen 18 Särge aufgebahrt, geschmückt mit Blumen und Fotos der Opfer. Um 11.30 Uhr sollte eine Trauerfeier für einige der Opfer beginnen. Immer wieder gab es auch Applaus, als Besucher auf Leinwänden die Särge der Opfer sahen. Jedes menschliche Wort, so aufrichtig es auch sei, verblasse vor dieser Tragödie. Wie das am Dienstag in Genua eingestürzte Viadukt ist auch die in den 50er Jahren erbaute San-Nicola-Brücke in Benevento das Werk des Ingenieurs Riccardo Morandi (1902-1989). Keine Rechtsprechung könne das Verlorene zurückgeben.

Legende: Tausende nahmen an der ergreifenden Feier von den Opfern Abschied.

In die Trauer mischt sich aber auch Wut: Laut Presseberichten wollen die Angehörigen von 17 der 38 Opfer aus Verärgerung über die Regierung der Feier fern bleiben, weitere 7 hielten sich die Absage offen.

Besonders warm wurden auch Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega, der Chef der Fünf-Sterne-Bewegung und Minister für Wirtschaftliche Entwicklung, Luigi Di Maio, sowie Präsident Sergio Mattarella empfangen. Die Trauerfeier blieb aber unpolitisch.

Die süditalienische Stadt Benevento sperrte als Konsequenz aus dem Genua-Unglück eine ihrer Brücken für den Verkehr.

Landesweit gilt am heutigen Samstag Staatstrauer. Bei den Fussballspielen des Wochenendes tragen die Spieler schwarze Armbinden und legen eine Schweigeminute ein. Bergungsmannschaften hätten in der Nacht drei Menschen in einem Autowrack unter einem großen Betonbrocken entdeckt, meldeten die Nachrichtenagentur Ansa und weitere Medien am Samstag.

Polizei und Rettungskräfte sprechen von zumindest 35 Toten und zahlreichen Verletzten.

In der italienischen Fussballliga werden zum Saisonauftakt die Spiele der beiden Erstligisten aus Sampdoria und CFC Genua verschoben. Damit ist die Zahl der Todesopfer auf 43 gestiegen. Zwischen 22.00 und 23.00 Uhr gehen in Rom am Kolosseum ebenso wie am Trevi-Brunnen und dem Rathaus auf dem Kapitol die Lichter aus, die diese historischen Bauwerke in Rom gewöhnlich nachts beleuchten.

Die EU-Kommission lässt als Zeichen der Solidarität mit Italien am Samstag vor ihren Gebäuden halbmast flaggen. Auch im Fürstentum Monaco wird halbmast geflaggt.

Die Drohungen der italienischen Regierung fruchten offenbar: Nach dem folgenschweren Einsturz der Morandi-Brücke in Genua hat der Betreiber Autostrade per l'Italia 500 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Autobahnbrücke sowie für Hilfszahlungen an die Stadt Genua zugesagt. Dessen Herrscherfamilie Grimaldi hat ihre Wurzeln in Genua.

Der Einsturz der Autobahnbrücke in Genua mit mindestens 38 Toten könnte nach Einschätzung eines Experten möglicherweise durch den Riss eines Tragseils verursacht worden sein. Beim Überschlagen der Folgekosten des Unglücks "kommt man schnell auf eine halbe Milliarde Euro", sagte Unternehmenschef Giovanni Castellucci am Samstag bei einer Pressekonferenz.

Mehrere Millionen Euro sind demnach für die Hinterbliebenen vorgesehen. Ausserdem sollten dutzende Millionen für die Unterbringung der Menschen bereitgestellt werden, die wegen des Brückeneinsturzes ihre Häuser in der Umgebung räumen mussten.

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