Drei Ratingagenturen bemängeln Stabilität der Türkei - Schlaglichter

Eine Türkische 500-Lira-Note liegt auf einer Amerikanischen Ein-Dollar-Note. Nach mehreren Tagen der Erholung hat die türkische Landeswährung Lira am Freitag wieder stark an Wert verloren. Zum Mittag gab die Währung im Verhältnis zum US-Dollar bis

"Einige Leute drohen uns über die Wirtschaft, durch Sanktionen, Wechselkurse, Zinssätze und Inflation", so der Präsident. Ein schlechteres Rating zieht üblicherweise steigende Kosten für die Verschuldung nach sich. S&P erklärte, man gehe von einer Rezession in der Türkei im nächsten Jahr aus, mit einer um 0,5 Prozent sinkenden Wirtschaftsleistung. In den Folgejahren werde es zur graduellen Erholung kommen. Die Experten rechnen mit einer Inflationsentwicklung bis zu 22 Prozent, was noch einmal sechs Prozent mehr gegenüber dem derzeitigen Stand bedeuten würde.

Moody's erklärte zur Begründung, die staatlichen Institutionen der Türkei würden geschwächt, wodurch es schwieriger werde, die Entwicklung der türkischen Politik abzusehen. Die türkische Lira hat seit Anfang des Jahres 38 Prozent an Wert verloren. Die US-Ratingagentur Fitch bewertete die bisherigen Schritte der Türkei zur Bekämpfung der Lira-Krise als unbefriedigend. Die Krise ausgelöst hatten Sorgen von Investoren über den wachsenden Einfluss von Erdogan auf die Wirtschaft und die Geldpolitik. Die Türkei werde sich nicht denjenigen ergeben, die sich als strategischer Partner gerierten, die Türkei aber in Wirklichkeit zu einem strategischen Ziel machen wollten, sagte Erdogan mit Blick auf die USA. Die USA halten ihn für unschuldig und drohten weitere Sanktionen an, sollte er nicht bald freigelassen werden. S&P senkte seine Bewertung von BB- auf B+ und beließ den Ausblick auf "stabil". Die Bonitätswächter gehen davon aus, dass nur eine reguläre Leitzinserhöhung wieder Kapital ins Land locken kann. Das Thema habe in einem Telefonat von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) mit seinem türkischen Amtskollegen Berat Albayrak, einem Schwiegersohn Erdogans, am vergangenen Donnerstag eine Rolle gespielt. Scholz soll laut "Spiegel" seinen Gesprächspartner ermuntert haben, die ablehnende Haltung der Türkei zu überdenken. Doch auch hier gibt es für das Regime Erdogan einen Haken - in den Gremien des IWF hat die USA ein gewichtiges Wort mitzureden.

Die 15 Milliarden Dollar schwere Investitionshilfe, die Katar ankündigte, habe zwar zur vorübergehenden Stabilisierung der Lira beigetragen, hieß es bei Fitch. Dieser liege für 2018 schätzungsweise bei 229 Milliarden Dollar und übersteige damit die türkischen Devisenreserven bei weitem. Sie sind mit Abstand größter Anteilseigner des IWF mit Sitz in Washington und verfügen über die meisten Stimmanteile.

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