Spike Lees Drama: "BlacKkKlansman" als Satire

Still aus „BlacKkKlansman“ die Schauspieler John David Washington und Laura Harrier

Obwohl Spike Lee ("Do the right Thing", "Malcolm X") seine Figuren jeweils nur so aufwendig zeichnet, wie es für den spannenden Fortlauf der Handlung notwendig ist. Aber seine Abrechnung mit der zu letzten Höhenflügen aufgerappelten "White Anglosaxon Protestant"-Trump-Tradition kommt recht locker daher - und mit viel sexy Soul- und Disco-Musik der 70er". Ausserdem geht der Verlauf der Lovestory neben den Ereignissen rund um die Ku Klux Klan-Ermittlungen immer wieder etwas unter. Diese unglaubliche Geschichte kommt jetzt auf die Leinwand, Kultregisseur Spike Lee hat sich ihr angenommen. Und Lee ist in Hochform. Eine Unverfrorenheit, die von vielen einfach so hingenommen wird. Griffith verherrlichte auch den damals nur noch unbedeutenden Ku-Klux-Klan und verschaffte ihm so neue Aufmerksamkeit. Doch der junge Mann ist im US-Hinterland, in Colorado Springs, das ist eher Augsburg als Berlin.

Stallworth ist in den 70er-Jahren der erste schwarze Polizist von Colorado Springs.

Sie wollen einmalig die Ausgabe mit dem Bericht kaufen? Er soll Studenten ausspionieren, die sich für Black Power engagieren.

An jenen fünfzehn Jahre alten Ausschnitt aus der "Chappelle's Show" musste nach einem Bericht von "Variety" auch Spike Lee sofort denken, als er die Geschichte von Ron Stallworth hörte und vom Produzenten Jordan Peele ("Get Out") angeboten bekam. Wie er sich windet, um ihr nicht noch mehr Märchen auftischen zu müssen, gehört zu den Kniffen, mit denen Lee der Geschichte die Leichtigkeit einer Komödie mit auf den Weg gibt.

Spike Lee rollt den Ku-Klux-Klan auf: Ein afroamerikanischer Polizist unterwandert die rassistische US-Bewegung.

Das ist tatsächlich lustig, bis auf die letzen, bitteren Minuten ist "Blackkklansman" ein Feelgood-Movie; und ein Feelgood-Movie über den Ku-Klux-Klan zustande zu bringen ist schon mal eine Leistung für sich. Die Story des Films klingt zu absurd, um wahr zu sein. "Blackkklansman" hält eine schöne Balance zwischen Spaß, einer Art "Comic Relief" im Angesicht der Kapuzen, und ergreifenden, erschütternden Momenten. Im Film verkörpert John David Washington, Sohn von Superstar Denzel W. Die verschiedenen Stimmen der beiden fallen den Klansmen offenbar nicht auf: Sogar ihr oberster Boss, der Saubermann David Duke (Topher Grace) brüstet sich damit, eine Nigger- von einer weißen Stimme untrüglich unterscheiden zu können - während Stallworth stumm in den Hörer feixt.

Darüber hinaus sind in der Zeichnung des politischen Führers Duke - im echten Leben bis heute einer der führenden Nazis in den USA - die Analogien zur politischen Gegenwart offensichtlich. Man will "Ron", diese zusammengesetzte Gestalt aus zwei Polizisten, zum Chef der örtlichen Kapuzenträger machen.

An Stellen wie diesen schwingt der Film den Holzhammer.

Vor allem ist "BlacKkKlansman" aber wütend und dadurch aufwühlend.

Adressiert ist der Film aufgrund seiner Relevanz aber an alle. Wirklich komplexe Nebenfiguren entdeckt man keine in "BLacKkKlansman".

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