Mittlerweile 8.000 Klagen wegen Glyphosat in den USA

Das glyphosathaltige Herbizid Roundup steht im Zentrum des US-Prozesses eines Krebskranken gegen Monsanto

Dollar will Bayer zum weltgrößten Anbieter von Pestiziden und Saatgut aufsteigen.

In den USA klagen mehr Menschen wegen des Unkrautvernichters Glyphosat gegen Bayer als bislang bekannt. "Wir sind darauf eingestellt, das Produkt energisch zu verteidigen", sagte Bayer-Chef Werner Baumann am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Analytikern. Bislang war von 5000 Klagen ausgegangen worden. Baumann sagte, Ende Oktober werde das nächste Verfahren vor einem Gericht in St.Louis im US-Bundesstaat Missouri starten.

Ein Geschworenengericht in San Francisco hatte die neue Bayer-Tochter vor zwei Wochen zu einer Zahlung von 289 Millionen US-Dollar an einen krebskranken Mann verurteilt. Bayer sieht sich dafür aber gerüstet: Das Unternehmen habe große Erfahrungen von vorherigen Produkthaftungsverfahren in den USA, betonte Baumann. Baumann bekräftigte, man werde das Urteil anfechten. Rückstellungen für Schadensersatzzahlungen habe Bayer bislang nicht gebildet. Eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation WHO hatte Glyphosat aber als "wahrscheinlich" krebserregend eingestuft. Die Agentur stellt fest, ob eine Substanz grundsätzlich in der Lage ist, Krebs auszulösen. Der ehemals als Platzwart an einer kalifornischen Schule tätige Dewayne Johnson hatte bis zu 30 Mal im Jahr Glyphosat eingesetzt und Monsanto vorgeworfen, durch das Mittel an Lymphdrüsenkrebs erkrankt zu sein. "Wir haben ein einzelnes, erstinstanzliches Urteil einer Jury, das sich sehr stark in unserem Kurs niedergeschlagen hat". Auch in den Folgetagen war das Papier weiter gesunken, um sich dann wieder etwas zu erholen. Der Unkrautvernichter soll auf dem Markt gehalten werden, Landwirte verlangten nach ihm. "Die Sicherheitsbewertung von Glyphosat hat sich seit dem Zeitpunkt der Übernahme nicht verändert", sagte er dem "Handelsblatt". Wenn das anders wäre und wir feststellen müssten, dass in der Due Diligence etwas übersehen wurde, würden wir reagieren.

Einen kompletten Einblick in die Bücher von Monsanto hat Bayer erst seit August. Bis alle Bedingungen für den Kauf erfüllt waren, wurden beide Konzerne getrennt geführt, einen Zugang zu detaillierten internen Informationen gab es nicht.

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