Bundestrainer Löw über Özil: "Habe ihn nicht ans Telefon bekommen"

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Nach zweimonatigem Schweigen hat Joachim Löw in München seine umfassende WM-Analyse vorgelegt - und zwei große Trainer-Fehler eingeräumt. "Wir haben das schlechte Abschneiden aufgearbeitet und analysiert und brennen darauf, es wieder besser zu machen", so Löw. Der Mittelfeld-Spieler wurde von Löw nicht berücksichtigt: "Ich habe ihm gesagt, dass ich Raum und Platz für Änderungen auf der Position schaffen möchte". Unsere Spieler sind wirklich wahnsinnig professionell, es gibt keinen Alkohol.

Löw weiter: "Es war fast schon arrogant". Er wollte alles geben für diese Mannschaft.

Was Löw besonders missfiel: Dass er nur wenige Stunden vor Özils dreiteiliger Internet-Erklärung von dessen Abschied erfuhr - per Telefon von Özils Berater, wie er berichtete. Er gab zu, seine Mannschaft nicht begeistert zu haben, dass er darauf gehofft habe, dass sich ein Teamgeist während des Turniers entwickelt, was aber eben voraussetzt, dass man länger als drei Spiele im Turnier bleibt. So habe die Analyse ergeben, dass Deutschland außerordentlich viel Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte hatte, mit 24 Abschlüssen pro Spiel sogar so viele wie noch nie.

Das alles war ein ordentlicher Anfang, mehr aber auch nicht. Meine Sicht der Dinge ist: Er soll sich in Dortmund mal wieder richtig zeigen.

Löw schwärmt immer gerne vom Confederations Cup, den er im vergangenen Jahr gewonnen hatte. Dabei sei das Mexiko-Spiel ja im Grunde schon ein K. -o. Löw könne aber weiter auf ihn zählen, wenn er ihn brauche. "Wir sind selbstgefällig aufgetreten", sagte Bierhoff.

Bei der DFB-Pressekonferenz äußerte sich der 58-Jährige nun zum ersten Mal zu dem Debakel und übte ziemlich viel Kritik an sich selbst. Dann griff er jeden einzelnen Kritikpunkt auf, der seit dem WM-Aus von den Medien aufgebracht wurde. Im Vergleich zum WM-Aufgebot werden demnach elf, im Vergleich zu normalen Länderspielen sieben Personen weniger im Einsatz sein, erklärte Bierhoff. Der DFB werde sich bemühen, mehr Nähe zu den Fans zu suchen, und Bierhoff zufolge "häufiger Türen und Tore aufmachen".

Erwartet keine Revolution für die deutsche Nationalmannschaft: Bayern-Präsident Uli Hoeness (rechts) hier beim Abschied von Bastian Schweinsteiger. Dieser wiederum werde einer Gesamtbetrachtung unterzogen, neue Akzente würden gesetzt. Erstmals mit dabei sind Thilo Kehrer (Paris St. Germain), Nico Schulz (TSG Hoffenheim) und Kai Havertz (Bayer Leverkusen). Nils Petersen und Leroy Sané kehren zurück.

Ein Umbruch sieht jedenfalls anders aus. "Wir werden eine gute Mischung aus Erfahrung und Jugend haben". Wir müssen unsere Spielweise adaptieren, um flexibler, variabler und stabiler zu sein. "Wir dürfen nicht dieses hohe Risiko einfordern".

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