Separatistenchef von Donezk bei Bombenanschlag getötet: ukrainische Verdächtige festgenommen | Politik

Explosion in der Ostukraine:Separatistenchef stirbt bei Bombenanschlag

Der Chef der pro-russischen Seperatisten in der Ostukraine, Alexander Sachartschenko, ist einem Medienbericht zufolge vermutlich bei einer Explosion getötet worden. Das meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Behörden der international nicht anerkannten Volksrepublik Donezk. Nun wird befürchtet, dass die Ukraine in den nächsten Tagen eine neue Großoffensive gegen die unabhängigen Gebiete versuchen wird. "Donezk wird dieses Verbrechen rächen", sagte der örtliche Parlamentschef Denis Puschilin.

Das russische Außenministerium erklärte der Nachrichtenagentur RIA zufolge, man habe allen Grund zu glauben, dass die Führung in Kiew hinter dem Mord stecke. Präsident Wladimir Putin würdigte Sachartschenko als "echten Patrioten des Donbass", der seine Heimat verteidigt habe.

Der ukrainische Geheimdienst SBU wies jede Verantwortung für das Attentat zurück. Kiew spricht dagegen von internen Machtkämpfen unter den Rebellen. "Irgendjemand teilt irgendetwas auf", sagte SBU-Sprecherin Jelena Gitljanskaja der Agentur UNN. In dem Krieg sind bereits mehr als 10 000 Menschen getötet worden. Die Separatisten übernahmen die Kontrolle in der Ostukraine, nachdem in Kiew eine pro-westliche und Russland-kritische Regierung an die Macht gekommen war. Eine mit deutscher Beteiligung in Minsk ausgehandelte Friedenslösung steckt seit Jahren fest.

Laut offiziellen Angaben der Separatisten wurden bei der Explosion im Cafe "Separ" drei weitere Menschen verletzt. Unter den Verletzten war demnach der Finanzminister des Gebiets, Alexander Timofejew. Schon am Freitag hatte die Polizei gemeldet, mehrere "ukrainische Saboteure" seien festgenommen worden. "Sie werden des Anschlags auf das Oberhaupt der Republik verdächtigt". Er war 2014 einer der Feldkommandeure in dem vom Russland geförderten Aufstand der Ostukraine gegen die Führung in Kiew.

Seit 2015 besteht eine Waffenruhe zwischen den ukrainischen Regierungstruppen und den Separatisten. Die Front verläuft nördlich und westlich der Millionenstadt. Sie bekräftigten die Vereinbarungen des Minsker Abkommens, wonach die schweren Waffen von der Front abgezogen, die Truppen entflochten und Minen geräumt werden sollen. "Für diesen Terrorakt kann es keine Rechtfertigung geben", sagte der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow.

Sachartschenko ist bereits der vierte ostukrainische Separatistenführer, der bei einem Anschlag getötet wurde. Plotnizki wurde 2017 gestürzt und floh nach Russland. Prorussische Separatisten und Politiker in Moskau drohen mit Vergeltung. Kriminalität ist weit verbreitet. Sachartschenkos Tod werde zu "verstärkten Spannungen in der Region führen" und untergrabe das Minsker Abkommen zur Beendigung der Kämpfe, fügte Dmitri Peskow hinzu.

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