Krebs: Laut Forschern wären 165.000 Neuerkrankungen vermeidbar

Forscher haben hochgerechnet wie viele Krebserkrankungen sich durch gewisse Faktoren verhindern ließen

Heidelberg - Rauchen, Alkohol, fettes Essen oder dreckige Luft - darauf sind zehntausende Krebserkrankungen jährlich zurückzuführen.

Durch die HPV-Impfung ließen sich viele Krebsfälle verhindern.

Die Ergebnisse der Forscher - auf den Punkt gebracht.

Eine Autorengruppe um Hermann Brenner vom DKFZ berichtet im "Deutschen Ärzteblatt", wie sich diese Krebsrisikofaktoren konkret auf die Zahl der Krebserkrankungen in Deutschland auswirken. Durch einen gesünderen Lebensstil könnten rund 40 Prozent der Krebsneuerkrankungen verhindert werden. Das sind rund 165.000.

Die DKFZ-Fachleute haben sich dazu mit Risikofaktoren für Krebs befasst.

► Eine Studie widmete sich Rauchen und Alkohol, die zweite Übergewicht, geringer körperlicher Aktivität und ungesunder Ernährung.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass von allen im Jahr 2018 in Deutschland zu erwartenden Krebsneuerkrankungen mindestens 5 % auf Infektionen und ausgewählte Umweltfaktoren zurückzuführen sind", heißt es von Seiten der DKFZ-Experten. Klar muss aber auch sein, dass selbst der vorbildlichste Lebensstil keinen absoluten Schutz vor Krebs bietet. 2015 - das ist die aktuellste Statistik - starben 226.337 Menschen in Deutschland an Krebs.

Die Krebssterblichkeit in der EU ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

► Mit ihren Studien hoffen die Forscher, die Prävention weiter zu verbessern. "Wie wirklichkeitsnah sind eine Raucherquote von 0 Prozent, der komplette Verzicht auf Wurstwaren oder ein normaler Body-Mass-Index für die gesamte Bevölkerung?" Auf Tabakkonsum geht nach den Erkenntnissen der Forscher der Großteil der vermeidbaren Fälle zurück. Als Krebsfall wurde jeder gezählt, der in diesem Jahr eine neue Diagnose bekommt.

Den Hochrechnungen der Forscher zufolge sind von 440.000 erwarteten Krebsneuerkrankungen in diesem Jahr bei 35- bis 84-Jährigen geschätzt rund 165.000 (37,4 Prozent) den untersuchten Risikofaktoren zuzuschreiben. 3 Prozent) der erwarteten Erkrankungen werden den Forschern zufolge mit einer geringen Ballaststoffzufuhr zusammenhängen, rund 9500 (ca. 2 Prozent) mit geringer Obst- und Gemüsezufuhr, weitere etwa 9500 mit Wurstverzehr und rund 1700 (ca. 0,4 Prozent) mit hohem Verzehr von rotem Fleisch sowie rund 1200 (ca.

UMWELTFAKTOREN: Mehr als 5400 Krebsfälle - 1,2 Prozent aller Neuerkrankungen - werden auf Umweltfaktoren zurückgehen. Den Angaben zufolge tragen das Bakterium Helicobacter pylori, das zu Magenkrebs führen kann und humane Papillomaviren (HPV) zu den meisten dieser Erkrankungen bei.

Den Angaben zufolge sind 89 Prozent aller Lungenkrebsfälle bei Männern und 83 Prozent aller Lungenkrebsfälle bei Frauen auf das Rauchen zurückzuführen. Der umweltbedingte Risikofaktor mit dem größten Anteil ist demnach das radioaktive Gas Radon in Innenräumen, gefolgt von Feinstaub, Solariennutzung und Passivrauchen.

"Die Quantifizierung von vermeidbaren Krebserkrankungen kann der Gesundheitspolitik und der Bevölkerung das Setzen von Prioritäten erleichtern", sagt Forscher Katalinic.

Er fordert ein komplettes Werbeverbots für Tabakprodukte. Neben Lungenkrebs steigert Rauchen das Risiko noch für elf weitere Krebsarten.

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