Konjunktur: Katar will Investitionen in Deutschland aufstocken

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Emir von Katar Scheich Tamim Bin Hamad Al Thani

Auf einer groß angelegten Wirtschaftskonferenz in Berlin hat der Emir von Katar in Anwesenheit der Bundeskanzlerin seine Zusage wiederholt, in den nächsten fünf Jahren mindestens zehn Milliarden Euro in Deutschland zu investieren. Das kündigte der Emir des Golfstaats, Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani, auf einem Wirtschaftsforum in Berlin an.

Katar wiederum sei zwar in geografischer Hinsicht klein, in wirtschaftlicher aber groß, sagte Merkel. Vor allem in klein- und mittelständische Unternehmen zieht es den Emir, sofern man seinen Lobgesang auf das bundesdeutsche Charakteristikum richtig deutet, dass der Löwenanteil der deutschen Wirtschaftskraft von tausenden mittelständischen Familienunternehmen getragen wird.

Katar ist bereits unter anderem an Volkswagen, der Deutschen Bank, Siemens, Hochtief und SolarWorld beteiligt.

Merkel begrüßte die Investitionsbereitschaft Al-Thanis. "Sie finden kompetente Partner und eben auch verlässliche". Die wirtschaftlichen Beziehungen seien aber keine Einbahnstraße, betonte die Kanzlerin. Sie sehe auch gute Chancen für den Ausbau deutscher Investitionen in Infrastruktur und Industrie in Katar, das zu den reichsten Ländern der Welt zählt. "Besonders der Energiebereich birgt hier aus meiner Sicht noch erhebliches Potenzial", sagte sie und nannte vor allem die Produktion von Flüssiggas. Katar ist bereits der größte Exporteur von Flüssiggas und will seine Förderkapazitäten weiter ausbauen. Alle diplomatischen Bemühungen um eine Entspannung der Krise blieben bislang erfolglos.

Wegen der Blockade sind für Katar, wo 2022 die nächste Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet, die Beziehungen zu Wirtschaftsmächten wie Deutschland noch deutlich wichtiger geworden. Diese Investitionen seien in der Bundesrepublik "sehr willkommen".

Insgesamt böten sich "viele Chancen für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen", sagte Merkel.

Während der Veranstaltung unterzeichneten der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und die Qatari Businessmen Association (QBA) eine Absichtserklärung über Investitionen. Der geplante Ausbau der Kooperation zwischen beiden Ländern betrifft auch den Bildungssektor. So soll in Katars Hauptstadt Doha eine Universität nach deutschen Standards gebaut werden. Die Golfmonarchien, insbesondere die in Riad, die sich als Hüterin der Heiligen Stätten versteht, weshalb die Könige Saudi Arabiens auch einen entsprechenden Titel tragen, empfinden die diversen ultrakonservativen islamischen Gruppierungen als Bedrohung ihrer Throne. Das saudische Königshaus ist ohnehin schon seit fast einem Jahr massiv verärgert über Deutschland, was auch deutsche Unternehmen zu spüren bekommen.

Am Mittwoch erklärte der Chef von Qatar Petroleum ausserdem, den Aufbau eines ersten deutschen Hafens für Flüssiggas (LNG) voranbringen zu wollen.

Katar befindet sich seit mehr als einem Jahr in einem Konflikt unter anderem mit Saudi-Arabien.

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