Nach dem Rettungsprogramm: Tsipras verspricht Griechen mehr Geld

Premierminister Alexis Tsipras auf der Handelsmesse Lichtstreif am Horizont

Tausende folgten in Thessaloniki dem Aufruf zu Protesten, die von heftigen Zusammenstössen mit der Polizei begleitet waren. Auch die Mehrwertsteuer und die Immobiliensteuer sollen in den kommenden Jahren verringert werden.

Gleichzeitig solle der Mindestlohn angehoben und Rechte der Arbeitnehmer wieder in Kraft gesetzt werden. Es ist anzunehmen, dass Regierungsvertreter in Athen in der kommenden Woche mit EU-Vertretern und Vertretern der Europäischen Zentralbank verhandeln wollen, ob beispielsweise auf die im Rahmen des Sparpakets vereinbarten neuen Rentenkürzungen im Januar verzichtet werden kann. Allerdings müssten die Reformen fortgesetzt werden. Alle Maßnahmen zur Anhebung des Lebensstandards würden im Einklang mit den Gläubigern angegangen. "Wir sind entschlossen, das (mit den Gläubigern) Vereinbarte einzuhalten", sagte Tsipras bei einer Rede zur Eröffnung einer Handelsmesse in Thessaloniki.

Tsipras hob in seiner Rede hervor, dass die griechische Wirtschaft dieses Jahr voraussichtlich um 2,5 Prozent wachsen werde.

Griechenland hat schmerzhafte Jahre hinter sich: hohe Arbeitslosigkeit und hohe Steuern. Die Arbeitslosigkeit sei von 27,5 Prozent vor vier Jahren auf 19,1 Prozent gefallen. Das Land erziele einen primären Haushaltsüberschuss - ohne den Schuldendienst - von deutlich über 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Gegen die Sparpolitik der griechischen Regierung waren am Abend in Thessaloniki Tausende Menschen auf die Straßen gegangen.

Nach acht Jahren hatte Griechenland am 20. August den Euro-Rettungsschirm verlassen. Nach dem Auslaufen der Finanz-Hilfsprogramme muss sich das Land wieder aus eigener Kraft am Kapitalmarkt finanzieren. "Wir wollen Jobs und nicht endlose Steuern", hiess es auf Transparenten, die im Fernsehen zu sehen waren. Griechenland hat nach den Worten von Tsipras aber ein Kapitalpolster von 24 Milliarden Euro und brauche sich deswegen keine Sorgen zu machen. Athen bekam von seinen Euro-Partnern und vom Internationalen Währungsfonds seit 2010 Hilfen in Höhe von insgesamt rund 288 Milliarden Euro, um eine Staatspleite abzuwenden. Währenddessen liefert sich die Polizei Straßenschlachten mit gewaltbereiten Nationalisten. Dass Griechenland auf dem richtigen Weg sei, attestierte auch US-Handelsminister Wilbur Ross, der zusammen mit Tsipras den amerikanischen Pavillon auf der Messe besuchte. Das Land sei ein Ort der Stabilität im östlichen Mittelmeer. Die Polizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein, die mit Steinen und Feuerwerkskörpern auf die Beamten warfen. Die rund 6000 Demonstranten protestierten gegen ein Abkommen der griechischen Regierung mit Mazedonien, das den jahrzehntelangen Namensstreit zwischen beiden Ländern beenden soll.

Griechenland und Mazedonien hatten am 17. Juni eine Vereinbarung zur Beilegung des seit gut einem Vierteljahrhundert andauernden Streits um den Namen Mazedonien unterzeichnet.

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