Stuttgart/Berlin - Daimler macht Laster fit für teilautomatisiertes Fahren

Mehr Überblick. Fahrer des neuen Actros werden von Kameras unterstützt

Im Vorfeld der IAA Nutzfahrzeuge Ende des Monats hat Daimler am Mittwoch Abend in Berlin den überarbeiteten Mercedes-Benz Actros präsentiert.

Das Thema Sicherheit ist bei schweren Lkw besonders wichtig. Daran muss man denken, wenn man die Bilder des neuen Actros erstmals öffnet: Da fehlen doch glatt die Außenspiegel. Dieses Mal liegt es aber nicht an der Foto-, sondern an der Entwicklungsabteilung. Außerdem werden Hauptspiegel und Weitwinkelspiegel durch die serienmäßige MirrorCam ersetzt. Die sogenannte Mirror Cam bietet aber nicht nur aerodynamische Vorteile und sichert dem Truck öffentliche Aufmerksamkeit, sondern auch funktionale. Distanzlinien tragen zu einer besseren Einschätzung des rückwärtigen Verkehrs bei.

Der Stuttgarter Pkw- und Nutzfahrzeughersteller feiert den neuen "Actros" als Flaggschiff seiner Lkw-Flotte, das mit mehr als 60 Innovationen vollgepackt wurde - darunter erstmals in einem Serien-Lkw mit einem Assistenten für teilautomatisiertes Fahren. Die Echtzeitkontrolle des Lkw Über Fleetboard und Mercedes-Benz Uptime lassensich die LKWs in Echtzeit kontrollieren. Auch bei abgeschaltetem Active Drive Assist lenkt der Actros in die Fahrspur zurück, sollte die Linientreue aus Unaufmerksamkeit oder durch Seitenwind gelitten haben. Mercedes-Benz Trucks geht das Thema mit dem abermals verbesserten Active Brake Assist der fünften Generation an.

Der Active Brake Assist 5 unterstützt den Fahrer, wenn ein Auffahrunfall oder eine Kollision mit einer querenden, entgegenkommenden oder in der eigenen Spur laufenden Person droht - im Bedarfsfall auch mit einer automatischen Vollbremsung. Neu ist, dass der Active Brake Assist 5 mit einer Kombination aus Radar- und Kamerasystem arbeitet. Damit kann das System den Raum vor dem Fahrzeug noch besser überwachen und auf Personen noch besser reagieren.

So sieht er aus. Der Actros wurde auf dem Potsdamer Platz vorgestellt
So sieht er aus. Der Actros wurde auf dem Potsdamer Platz

Zur Überarbeitung gehört auch eine Auffrischung des Cockpits. Serienmäßig sind zwei Zehn-Zoll-Farbdisplays an Bord, von denen eines das klassische Kombiinstrument hinter dem Lenkrad ersetzt. Wichtige Funktionen wie Licht, Heizung, Klima oder Telefonie sind durch Direkttasten wählbar. Zudem kann sich der Fahrer den Fahrzeugzustand, wie beispielsweise Reifendruck oder Achslast, visualisieren lassen. Optional liefert Mercedes auch ein zwölf Zoll großes Hauptdisplay, das überdies mit zahlreichen zusätzlichen Online- und Remotefunktionen sowie mit Navigationssystem versehen ist.

Die Antriebe werden nicht verändert, sieht man von Details ab. Der Actros soll nicht weniger als die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, die Effizienz für den Unternehmer sowie den Komfort für den Fahrer verbessern, kündigt der Autobauer bei der Weltpremiere an. Die intelligente Tempomat- und Getriebesteuerung Predictive Powertrain Control (PPC) arbeitet deutlich effizienter als der Vorgänger und ist dank erweitertem Kartenmaterial jetzt auch auf Überlandstrecken einsetzbar. Außerdem kommen neue kraftstoffsparende Übersetzungen an der gewichtsoptimierten Hinterachse zum Einsatz.

Die meisten Neuerungen lässt Mercedes auch dem robusten Schwestermodell Arocs zukommen. Für Letzteren soll ein Teil der Assistenzsysteme aus dem Actros als Sonderausstattung bestellbar sein. Für den weltgrößten Lkw-Bauer ist das Top-Modell ein Symbol: Seit dem Marktstart im Jahr 1996 verkaufte sich der "Actros" weltweit rund 1,2 Millionen Mal. Zusammen mit der dynamisch gestalteten MirrorCam und den typischen Frontscheinwerfern mit LED-Technik ergibt sich beim neuen Mercedes-Benz Actros ein progressiver Look.

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