Jack Ma - Alibaba-Chef kündigt Rückzug für nächstes Jahr an

Jack Ma Vorstandschef von Alibaba im März 2015 in Paris

Er werde am Montag die Spitze von Alibaba verlassen, um sich um Bildungsfragen zu kümmern, sagte er in einem am Freitag veröffentlichten Interview der "New York Times".

Jack Ma hat zusammen mit seinen Mitgründern aus Alibaba einen weitverzweigten Technologie-Konzern gemacht.

Bildung, Umweltschutz und Philanthropie seien Dinge, die in in Zukunft wahrscheinlich beschäftigen werden, schrieb Ma: "Die Welt ist groß und ich bin noch jung, also möchte ich neue Dinge ausprobieren". Seine eigene Zeitung "South China Morning Post" berichtete am Samstag online, Ma werde am Montag einen Plan für die Regelung seiner Nachfolge verkünden, aber zunächst weiterhin im Amt bleiben. Ma hatte Alibaba 1999 gegründet und zur erfolgreichsten chinesischen Handelsplattform entwickelt. Er werde aber immer zu Alibaba gehören, versicherte Ma, der gut sechs Prozent an dem Unternehmen hält. Laut Börsenschlusskurs vom Freitag ist Alibaba 420,8 Milliarden Dollar (361,8 Milliarden Euro) wert.

Darüber, wann Ma seinen Vorsitzenden-Posten bei der Alibaba Group aufgibt, gab es am Wochenende allerdings unterschiedliche Angaben. Er kündigt seine Rückzugspläne in einer schwierigen Situation an: Der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt sorgt für Unruhe, und im Land selbst geraten Technologiekonzerne stärker ins Blickfeld der Aufseher. Die Nachfolgestrategie sei Teil eines Plans, "eine Generation jüngerer Führungskräfte auf die Übernahme der Leitung" vorzubereiten. Ma werde weiterhin im Firmenvorstand von Alibaba bleiben und weiterhin das Management des Unternehmens leiten, hieß es weiter in der Zeitung. Einige Beobachter spekulieren, dass beim Abgang von Ma bei Alibaba auch Zorn aus Peking eine Rolle gespielt haben könnte. Ma bescheinigte ihm einen "unübertroffenen analytischen Verstand" und den Mut, kreative Geschäftsmodelle auszuprobieren.

Nicht nur, dass Ma mit einer Bewerbung als Verkäufer bei der Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken scheiterte. Nach seinem Studium an der Hangzhou Normal University hatte er ab 1988 für einige Jahre dort als Englisch unterreichtet. Erst 1995, als ihn ein Job als Übersetzer erstmals in die USA führte, lernte er das Internet kennen. Das Verzeichnis, in dem sich chinesische Unternehmen suchen lassen konnten, wurde allerdings ein Flop. 576 Millionen aktive Nutzer sprechen eine eigene Sprache.

In seinem Brief deutete Ma an, dass er sich nach seinem Rückzug vor allem wohltätigen Aufgaben widmen werde.

In einem Interview mit dem Sender Bloomberg TV hatte Ma bereits seinen Abgang angedeutet: Er wolle dem Beispiel des Microsoft-Gründers und Philanthropen Bill Gates folgen.

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