Kaufhof und Karstadt: Was bedeutet die Fusion für Braunschweig?

Selfmade-Milliardär- Wer ist
Rene Benko

Dafür erhält der Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay Company aus Kanada etwa eine Milliarde Euro. Allerdings kündigt das Kartellamt eine umfangreiche Prüfung an.

In den letzten Jahren mussten die Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof jede Menge Federn lassen, der Wettbewerb mit Onlinehändlern und Shopping-Centern setzte ihnen zu. Die Eigentümer der beiden traditionsreichen Einzelhändler, der nordamerikanische Handelsriese HBC und die österreichische Investmentgesellschaft Signa, brachten am Dienstag ein Gemeinschaftsunternehmen mit 32.000 Beschäftigten auf den Weg. Die Verunsicherung sei bei Karstadt und bei Kaufhof allerdings bereits seit Jahren groß, sagt der Fachbereichsleiter Handel im Gespräch mit der FR.

Als Grund gaben beide Eigentümer an, das Einzelhandelsgeschäft wieder stärken zu wollen. Doch der Plan schlug fehl, Kaufhof litt unter schwindenden Umsätzen und Verlusten. Rund 1400 Mitarbeiter haben die beiden Häuser mit ihren Filialen in Eimsbüttel, Wandsbek, Harburg und Bergedorf (Karstadt) sowie im AEZ (Kaufhof) in der Hansestadt zusammen. Durch die Fusion entsteht ein Warenhauskonzern mit 243 Standorten.

Offiziell ist von einer "Fusion unter Gleichen" die Rede. Die Verträge zwischen HBC und Signa wurden bereits unterschrieben. Fachleute halten es allerdings für wahrscheinlich, dass sich Geld sparen lässt, indem einer der beiden Hauptsitze der bisher getrennten Ketten geschlossen wird. Zudem sind Filialschließungen wahrscheinlich. Kaufhof und Karstadt auf der Zeil sprächen schon bisher ein anderes Publikum an, Karstadt habe ein mittelpreisiges Angebot, Kaufhof richte sich an eine internationalere Kundschaft.

Die Gewerkschaft Verdi hatte Signa und HBC aufgefordert, die Mitarbeiter in ihre Verhandlungen einzubinden. "Wer Geld für solch eine Transaktion hat, muss auch Geld für die Beschäftigten haben", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Im Vordergrund stehen der Gewerkschaft zufolge die Tarifbindung, die Beschäftigungssicherung und die Standortsicherung.

Allerdings könnte die Fusion am Ende von den Wettbewerbsbehörden noch verboten werden. Es müssten sowohl die Folgen für die Kunden als auch für die Lieferanten geprüft werden. Dabei müsse man nicht nur den stationären Handel berücksichtigen, sondern auch den Online-Handel.

Auch zu einem möglichen Stellenabbau gab es keine Angaben.

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