Baumhäuser im Hambacher Forst geräumt

Räumung im Hambacher Forst Polizei soll Baumhäuser räumen

Der Hambacher Forst war in den vergangenen Monaten zum Symbol für den Kampf von Umweltschützern gegen Kohleverstromung geworden: Der RWE-Konzern will dort ab Mitte Oktober hundert Hektar Wald für die Vergrößerung des Tagebaus roden.

► Die Polizei ist bereits mit einem Großaufgebot in den Wald vorgerückt und hat mehrere Baumhäuser der Aktivisten umstellt.

Als Begründung für die Räumung führten die Behörden nicht den geplanten Braunkohleabbau an.

Nach der Bauordnung müssten die Baumhäuser etwa über Rettungstreppen und über Geländer verfügen. Weil das nicht gegeben ist, ergäben sich "konkrete Gefahren" für die Bewohner.

Gegen die Abholzung gibt es seit langem Proteste.

Die von der Bundesregierung eingesetzte sogenannte Kohlekommission ist im Streit um das Braunkohlerevier Hambacher Forst gespalten.

Umsetzen müssen das die Bauämter der Stadt Kerpen und des Kreises Düren, auf deren Gebiet der Hambacher Forst liegt. Es gibt dort Vorkommen streng geschützter Arten wie die Bechsteinfledermaus, den Springfrosch und die Haselmaus. In ihm stehen Jahrhunderte alten Buchen und Eichen. Umweltaktivisten wollen die Rodung des letzten Waldstücks deshalb verhindern. Aus Sicht von RWE ist die Abholzung unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern. "Die Rodungsarbeiten auf unserem widerrechtlich besetzten Grundstück sollen wie geplant erst im Oktober beginnen". Außerdem befürchtet sie, dass gewaltbereite Linksextreme aus ganz Deutschland und den Nachbarländern anreisen könnten, um den Einsatz zu stören.

Die Kohlekommission soll bis Ende des Jahres eine Strategie zum Ausstieg aus der Kohleverstromung ausarbeiten und Vorschläge für die Finanzierung und Gestaltung des Strukturwandels in Tagebau-Regionen wie dem Rheinischen Revier vorlegen.

Die in der Kohleausstiegs-Kommission vertretenen Umweltverbände DNR, BUND und Greenpeace sprachen von einer überflüssigen und gefährlichen Eskalation. Denkbar ist, dass ein oder mehr Umwelt-Vertreter die Kommission verlassen. Ein breiter gesellschaftlicher Konsens wäre dann gefährdet.

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