Urteil im Millionenstreit zwischen Müller und Sarasin-Bank erwartet - Schlaglichter

Prozessakten liegen im Landgericht auf einem Tisch

Im Streit um 45 Millionen Euro Schadenersatz wegen falscher Anlageberatung hat sich der Ulmer Drogerie-Unternehmer Erwin Müller erneut gegen die Schweizer Bank Sarasin durchgesetzt. Dabei habe ihn seine damalige Hausbank weder darüber aufgeklärt, dass die Erträge des Fonds durch so genanntes Dividendenstripping erzielt würden, einer Variante des riskanten und steuerrechtlich umstrittenen Cum-Ex-Geschäfte, noch habe sie ihn darauf hingewiesen, dass bei der Investition das Risiko eines Totalverlusts bestehe. Die Bank mit Sitz in Basel habe ihre Pflichten verletzt und Müller beim Kauf von Anteilen an dem Luxemburger Fonds nicht ausreichend informiert, befanden die Richter. Laut Gericht läuft im Zusammenhang mit dem Anlagemodell in Köln ein Ermittlungsverfahren unter anderem gegen einen Mitarbeiter der Bank Sarasin. Müller hatte 2010 insgesamt 50 Millionen Euro in einem Fonds angelegt. Dies sei "höchst fraglich" gewesen, nachdem das deutsche Finanzministerium der Praxis Einhalt gebieten wollte. Die Bank Sararsin äusserte sich bislang nicht dazu, ob sie Rekurs einlegen wird.

Der Fall beschäftigt die Justiz seit Jahren und hat auch noch andere Schauplätze. Das sind Aktien-Transaktionen rund um den Dividendenstichtag eines Unternehmens, die zu einer doppelten Erstattung der Kapitalertragsteuer führen, obwohl diese nur einmal gezahlt wurde.

Prozessakten liegen im Landgericht auf einem Tisch
1 Prozessakten liegen im Landgericht auf einem Tisch

Spätestens seit 2012 geht der Fiskus massiv dagegen vor. Laut Bundesanzeiger erwirtschaftete sein Konzern 2016/17 (per Ende Juni) einen Umsatz von knapp 3,9 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 135 Millionen Euro.

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