Verbände kündigen Musterfeststellungsklage gegen VW an

Volkswagen

Volkswagen-Logo im Abgasnebel: Der Konzern muss neue Massenklagen befürchten.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kündigte am Mittwoch in Berlin eine Musterfeststellungsklage an, mit der Besitzer und ehemalige Besitzer von Diesel-Fahrzeugen mit manipulierter Abgassteuerung entschädigt werden sollen.

Der VZBV reicht in Kooperation mit dem ADAC am 1. November 2018 eine Musterfeststellungsklage gegen die Volkswagen AG ein. Deshalb seien Prognosen schwierig. Doch der neue Klageweg sei für Kunden interessant, die Prozessrisiken scheuen. Die Musterfeststellungsklage ist kostenlos. Gleichzeitig müssen sich Betroffene, die ihr Recht auf eine mögliche Entschädigung durchsetzen wollen, lediglich in ein entsprechendes Register beim Bundesamt für Justiz eintragen.

Barley, deren Ministerium die Klagemöglichkeit auf den Weg gebracht hatte, zeigte sich erfreut, dass vzbv und ADAC die erste dieser Klagen erheben wollen. Dies soll den VW-Kunden helfen, ihre Schadenersatzansprüche zu erstreiten. Die Anwälte, die die Verbraucherschützer vor Gericht vertreten werden, rechnen mit "mindestens mehreren Tausend" Interessenten.

Die Klage soll am 1. November am Oberlandesgericht Braunschweig eingereicht werden. "Wer sich bis dahin nicht im Register eingetragen hat, ist draußen", sagt der vzbv-Vorstand Klaus Müller.

Sehen Sie im Video: Stichwort Dieselskandal - worum geht's?

Klagen könnten alle Kunden, die ab November 2008 einen Diesel der Marken Volkswagen, Audi, Skoda oder Seat mit Motoren des Typs EA 189 gekauft hätten, für die es einen Rückruf gab, hieß es. Das sind die Dieselfahrzeuge, für die das Kraftfahrt-Bundesamt vor zwei Jahren einen Rückruf angeordnet hat. Vom Pflichtrückruf bei Volkswagen sind rund 2,5 Millionen Autos betroffen. Nun kann er mit einem eigenen Anwalt Ansprüche gegen das Unternehmen einklagen. Bis zu einem Urteil in der letzten deutschen Instanz, dem Bundesgerichtshof, können noch einmal Jahre vergehen. Denkbar ist auch, dass eine Wertminderung geltend gemacht wird. Man betrete eben "rechtliches Neuland", sagte Müller, und empfahl in Richtung geschädigter VW-Fahrer: "Wenn sie auf der sicheren Seite sein wollen, tragen sie sich vor dem 31. Dezember ein".

Gibt es nicht schon eine Musterklage im Fall Volkswagen? Informationen über das Verfahren gibt es ab sofort auf der Internetseite www.musterfeststellungsklagen.de. Doch wie können Verbraucher sich der geplanten Klage anschließen? Diese schwebt laut Müller "wie ein Damoklesschwert" über allem, denn Volkswagen hatte erklärt, sich bis Ende 2017 nicht auf Verjährung zu berufen, wenn Kunden Ansprüche im Abgasskandal stellen.

Was ist Ziel der Klage?

Ziel der Klage sei die Feststellung, dass Volkswagen mit Software-Manipulationen Käufer vorsätzlich sittenwidrig geschädigt hat und daher Schadenersatz schulde, teilten die beiden Verbraucherverbände mit.

Ein Weg auch für andere Kunden?

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