US-Tech-Milliardäre investieren in Print: Salesforce-Gründer kauft "Time"

Marc Benioff

Nach der "Washington Post" wechselt nun ein weiteres renommiertes Blatt in den Besitz eines Tech-Milliardärs. Vor fünf Jahren gab die "New York Times" bekannt, den "Boston Globe" an den Besitzer eines Baseball-Teams zu verkaufen und kurz darauf folgte der aufsehenerregende Verkauf der "Washington Post" an Amazon-Gründer Jeff Bezos.

Jetzt wird auch der 53 Jahre alte Benioff, der nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg über ein Nettovermögen von 6,5 Milliarden Dollar verfügt, zum Medienbaron. Das brachte ihm unter anderem einen Pulitzer-Preis ein, aber auch jede Menge Kritik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, der die Zeitung immer wieder als "teures Lobbyisten-Sprachrohr" von Amazon attackiert.

Benioff ist Gründer und Chef der Firma Salesforce, die auf Firmensoftware aus der Internet-Cloud spezialisiert ist und unter anderem mit dem deutschen SAP-Konzern konkurriert. Er und seine Frau hätten "großen Respekt" für seine Organisation und fühlten sich geehrt, Verwalter dieser Kultmarke zu sein. "Time war immer eine vertrauenswürdige Reflektion des Zustands der Welt, und sie erinnert uns daran, dass Medienunternehmen eine der großartigsten Plattformen für den Wandel sind".

Die Meredith-Gruppe selbst hatte das seit Jahren mit rückläufigen Verkaufszahlen zu kämpfende Magazin erst heuer übernommen. Doch nicht nur das Wochenmagazin, auch berühmte Titel wie die Magazine "Sports Illustrated" oder "Fortune" standen schnell wieder zum Verkauf. "Wir wissen, dass, Time' weiter erfolgreich und bei den Benioffs in guten Händen sein wird", sagte Meredith-Chef Tom Harty.

Ähnlich wie Bezos kündigen die Benioffs an, keinen Einfluss auf das Tagesgeschäft oder journalistische Entscheidungen zu nehmen. Marc Benioff hat den amerikanischen Präsidenten öffentlich immer wieder scharf kritisiert. Die Wahl zur "Person des Jahres" etwa fand stets auch international viel Beachtung. Im Dezember 2016 krönte das Magazin Donald Trump, ein Jahr später mehrere Mitglieder der feministischen #MeToo-Bewegung.

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