Großbritannien: Ruf nach neuem Brexit-Referendum wird lauter

Großbritannien: Ruf nach neuem Brexit-Referendum wird lauter

Innerhalb der konservativen Partei Großbritanniens gelten die Gegner der Mitgliedschaft in der EU als besonders stark. Ein ungeregelter EU-Austritt könne der britischen Wirtschaft durch Währungsverfall und steigendes Staatsdefizit schaden.

Im Fall eines Deals werde das Bruttoinlandsprodukt laut IWF-Berechnungen in diesem und im nächsten Jahr um rund 1,5 Prozent zulegen.

Großbritannien will Ende März 2019 der Europäische Union den Rücken kehren. Die Verhandlungen über die Scheidungsdetails sind allerdings zuletzt in Stocken geraten.

Die britische Premierministerin Theresa May hat sich "irritiert" über Spekulationen um ihre Ablösung an der Regierungsspitze geäußert. Sie konzentriere sich darauf, das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU zu organisieren anstatt auf ihr politisches Schicksal, sagte May am Sonntag dem BBC-Fernsehen: "Hier geht es nicht um meine Zukunft, sondern um die Zukunft der Leute und um die Zukunft des Vereinigten Königreiches". Seit der Brexit-Entscheidung haben viele Banken Jobs aus London verlagert.

In dem Interview forderte May die Brexit-Hardliner in den eigenen Reihen zur Gefolgschaft auf. Die Wähler müssten die Gelegenheit haben, über das Brexit-Abkommen oder über einen EU-Ausstieg ohne Abkommen abzustimmen - "einschließlich der Option, in der EU zu bleiben". May will zum Beispiel nicht von ihrer Forderung nach einer Freihandelszone mit der EU für Güter und Agrarprodukte abrücken. Ob dort eine Mehrheit zustande kommt, ist allerdings wegen der vielen Brexit-Hardliner in Mays konservativer Partei fraglich. Sie werde einen "guten Deal" mit der EU erreichen, versprach May.

Inwieweit May ihre Vorstellungen gegenüber der EU durchsetzen kann, ist ohnehin unklar.

Einer ihrer Wortführer, der frühere Außenminister Boris Johnson, setzte seine Kritik fort und bezeichnete Mays Brexit-Plan in einem Meinungsbeitrag für den "Daily Telegraph" als "verfassungsrechtliche Scheußlichkeit".

Einer der wichtigsten Punkte ist auch die Frage, ob es nach dem Brexit eine harte Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland geben wird.

Sollten sich Mays Unterhändler mit der EU doch noch auf eine Austrittsvereinbarung einigen, müsste danach das britische Unterhaus zustimmen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. September 2018 um 12:00 Uhr.

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