Trump erstmals mit Zweifel an Kandidat Kavanaugh

Donald Trump und Brett Kavanaugh

Nach einer äußerst hitzigen Anhörung des Supreme-Court-Kandidaten Brett Kavanaugh im US-Senat hat sich Präsident Donald Trump klar hinter den mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierten Richter gestellt. Bereits jetzt haben die Republikaner im Senat nur eine hauchdünne Mehrheit. Geschätzt 60 Prozent der Sexualverbrechen würden nie angezeigt, sagte Feinstein. Graham nickt zustimmend, und Ford verliert den Kampf gegen die Tränen. Die Anhörung am Donnerstag war von gegenseitigen Schuldzuweisungen und emotionalen Appellen geprägt. Sie ließ am Donnerstag keinen Zweifel daran, dass es Kavanaugh gewesen sei, der 1982 bei einer Schülerparty versucht habe, sie zu vergewaltigen. Die Republikaner wissen, das käme nicht gut an, immerhin wird die Sitzung live im Fernsehen übertragen. Mit Spannung war erwartet worden, wie Trump auf die Befragung vor dem Senatsausschuss reagieren würde. Fragen haben sie eigentlich nur wenige. "Ich bin nicht hier, weil ich hier sein will", sagte sie.

Vor dem Kapitol und in den Senatsgebäuden demonstrieren Hunderte für und gegen Kavanaugh, vor den Bildschirmen sitzen Millionen. Nun soll eine vierte Frau ähnliche Vorwürfe gegen Kavanaugh geäußert haben.

Eindrucksvoll sprach dagegen Senator Jeff Flake seinen Kollegen ins Gewissen: In einer längeren Rede vor dem Senat erinnerte der scheidende Politiker daran, dass sowohl Ford als auch Kavanaugh Menschen sind, die einen Anspruch auf einen korrekten Umgang haben. "Das hat mir am meisten Angst gemacht", sagt Ford. "Ich habe gedacht, dass Brett mich versehentlich töten könnte". Der Vorfall habe sich in ihr Gedächtnis "eingebrannt" und sie als Erwachsene immer wieder heimgesucht.

An der Anhörung kritisierten die Demokraten vor allem, dass ihnen wichtige Dokumente zur Beurteilung der beruflichen Vergangenheit Kavanaughs gar nicht oder nur sehr spät zugegangen sind. Ford bestreitet, dass ihre Anschuldigung politisch motiviert sein könnte. Er warf den oppositionellen Demokraten vor, eine politische Kampagne gegen ihn zu fahren. "Ich bin eine unabhängige Person und ich bin niemandes Marionette". Es sei nicht an ihr, zu entscheiden, ob Kavanaugh das mächtige Amt verdiene: "Meine Verantwortung ist es, die Wahrheit zu sagen". Zuvor war auch berichtet worden, dass dem Präsidenten Kavanaughs bisherige Verteidigung, vor allem in einem Interview bei Fox News, viel zu hölzern gewesen sei. Und das tut er mit aller Macht - und viel Emotion. Diese Frauen seien danach in angrenzenden Zimmern missbraucht worden. Er beklagt die verbalen Angriffe seit zwei Wochen und dass die Opposition in letzter Sekunde eine "neue Taktik" angewandt habe, um seine Berufung an den Supreme Court doch noch zu verhindern.

Dann räumte er ein, dass er die Nominierung Kavanaughs zurückziehen könnte, falls sich die Vorwürfe gegen ihn erhärteten und sich herausstellen sollte, dass sich Kavanaugh tatsächlich sexueller Verfehlungen schuldig gemacht hat. "Ich bezweifle nicht, dass Dr". Als er davon erzählt, wie ihm sein zehnjähriger Sohn gebeten habe, für "diese Frau" zu beten, fließen die Tränen. "Ich hielt es für meine Bürgerpflicht, die Informationen, die ich über das Verhalten von Kavanaugh hatte, weiterzuleiten, damit diejenigen, die seine mögliche Nominierung in Betracht zogen, über den Angriff Bescheid wüssten", so Ford vor dem Ausschuss. Sie gibt an, Kavanaugh habe sie bei einer Studentenparty Anfang der 80er Jahre sexuell belästigt.

Am Mittwoch - also kurz vor Fords Anhörung - ließ eine weitere Frau, Julie Swetnick, über ihren Anwalt eine Erklärung veröffentlichen, in der sie Kavanaugh vorwirft, er habe in den 80er Jahren bei diversen Partys in angetrunkenem Zustand junge Frauen sexuell belästigt. Sie selbst sei damals bei einer solchen Party Opfer einer Vergewaltigung geworden, schreibt Swetnick.

Die Republikaner wollen am Freitag im Justizausschuss über Kavanaugh abstimmen lassen. Donald Trump stellte sich zunächst hinter seinen Kandidaten, den er ein Genie nannte. Sie schildert für viele Beobachter glaubhaft, wie Kavanaugh und dessen enger Freund Mark Judge auf einer Privatparty zu Schulzeiten über sie hergefallen seien und Kavanaugh letztlich zu betrunken gewesen sei, um sie zu vergewaltigen. Die Demokraten verlangen, den Nominierungsprozess auszusetzen. Ihr Kalkül: Bei den Kongresswahlen am 6. November wollen sie auch im Senat die Mehrheit zurückerobern. Gelingt ihnen das, würde der bisherige Bundesberufungsrichter Kavanaugh wohl definitiv nicht mehr befördert werden.

Related:

Comments

Latest news

Donald Trump wird für seine UN-Rede ausgelacht
Die USA stünden zum Teil wirtschaftlich stärker da als jemals zuvor und das amerikanische Militär sei mächtig, sagte er. Russlands Außenminister Sergej Lawrow wertete den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen als "ernste Gefahr".

Österreich - Porsche-Raser mit 338 km/h auf Autobahn unterwegs - ohne Führerschein
Auch manche Motorräder, die im Rennsport unterwegs sind, werden für den Verkauf als Straßenmaschinen so technisch eingeschränkt. Viele Hersteller adaptieren sehr sportliche Autos für den Straßenverkehr auf eine Höchstgeschwindigkeit von 249 bzw.

Glücksspiele machen süchtig, oder?
Es ist oft der Fall, dass die Gewalterfahrungen oder der Verlust von Verwandten diese Krankheit hervorrufen können. Unter anderen Ursachen, die Spielsucht erzeugen, sind auch unsere Erlebnisse und Emotionen zu unterstreichen.

Die Siberian Health Company
Und schließlich die Chronobiologie, die die biologischen Rhythmen und ihre Verbindung zur menschlichen Gesundheit erforscht. Das Unternehmen gründete im Jahr 2007 eine weitere Produktionsstätte, die bis 2010 erweitert und modernisiert wurde.

Nintendo Classic Mini
Die große Beliebtheit der Konsole verdeutlicht, dass Menschen auch heutzutage noch Spaß an Retrospielen haben. Hoffentlich kommt bald auch eine neue SNES und andere Konsolen wie die N64 oder die PlayStation 1 wieder auf den Markt.

Other news