Boris Johnson greift May an und legt eigenen Brexit-Plan vor

Boris Johnson attackiert Theresa May kurz vor dem Tory-Parteitag

Der britische Ex-Außenminister Boris Johnson hat den Brexit-Kurs von Regierungschefin Theresa May heftig kritisiert und einen alternativen Plan zum Austritt Großbritanniens aus der EU vorgelegt. Was Dienstleistungen anbelangt, will man ausscheren, eigene Regeln setzen und die Möglichkeit haben, Freihandelsverträge mit Drittstaaten abzuschließen. Für die irische Grenzfrage schlägt er technische Lösungen vor. Aber er wird sowohl von Brüssel wie von weiten Teilen der Konservativen Partei abgelehnt. Und zu deren Fürsprecher will Johnson sich jetzt aufschwingen. Seine Wortwahl war auch innerhalb der eigenen Partei umstritten.

Der britische Ex-Außenminister nahm sich in seinem Beitrag eine Reihe von Punkten der Brexit-Verhandlungen vor - und präsentierte einen alternativen Plan. Johnson will "null Zölle "und "null Quoten "beim Waren- und Güterverkehr und hofft auf eine weitreichende Einigung im Dienstleistungssektor".

Großbritannien bleibe damit "halb innerhalb, halb außerhalb" der EU, behauptet Johnson. Als Rhetoriker ist er Theresa May haushoch überlegen, was ihm bei einem Putschversuch auf dem Parteitag zugute kommen dürfte.

Von Boris Johnson ist schon länger bekannt, dass er sich für den besseren Regierungschef hielte. Genau das wollten die EU-Partner behindern.

Doch praktische Schwierigkeiten haben den Blondschopf noch selten abgehalten. Da hat er recht.

London und Brüssel verhandeln hart über die Modalitäten der Trennung. Kanada versus Chequers werden die Schlachtrufe lauten, und Premierministerin Theresa May hat dabei nicht die besten Karten.

Die britischen Konservativen kommen von Sonntag an für vier Tage in Birmingham zu ihrem Parteitag zusammen. Einen Tag vor ihrer Grundsatzrede am nächsten Mittwoch wird Boris Johnson auf einer Randveranstaltung des Parteitages sprechen. Er will Mays Rede in den Schatten stellen. Und auch im Kabinett zeigen sich weitere Risse.

Er forderte May in einem Gastbeitrag im "Daily Telegraph" auf, ihre Vorschläge für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union aufzugeben.

Das Vorziehen der Wahlen durch May im vergangenen Jahr bezeichnete Johnson als "großen Fehler".

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