Justiz: Erdogan beklagt tiefe Differenzen mit Deutschland bei Terrorfragen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan steigt in ein Auto

Die Forderung nach seiner Auslieferung sorgte in Deutschland für Empörung. Es sei zum Beispiel nicht nachvollziehbar, warum Deutschland trotz Beweisen Mitglieder der Gülen-Bewegung und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nicht ausliefere. Auf dem Rückflug von seinem ersten Staatsbesuch in Deutschland sagte er vor türkischen Journalisten, man sei übereingekommen, einander öfter zu besuchen: "So Gott will werden wir (.) sie 2019 in der Türkei empfangen".

Das berichtet die Zeitung "Hürriyet Daily News".

Er selbst kenne jedoch nicht alle der 136 Namen.

Zeitgleich mit seinem Besuch in Berlin war am Freitag bekannt geworden, dass Erdogan eine Liste mit den Namen von 69 Gesuchten übergeben hatte, darunter mutmaßliche Beteiligte an dem Putschversuch von Juli 2016 sowie der türkische Journalist Can Dündar. Erdogans Äußerungen beim Staatsbankett mit Bundespräsident Steinmeier hatten für Irritationen gesorgt. "In unserem Land laden wir nicht jemandem zum Essen ein und unternehmen dann so etwas", sagte Erdogan. "Ihr Verständnis von Terrorismus ist anders als unseres", sagte er laut der Zeitung "Hürriyet" (Montagsausgabe) auf dem Heimflug aus Köln.

Erdogan hatte bei seinem Besuch wiederholt ein strikteres Vorgehen gegen die PKK gefordert und die Auslieferung von Anhängern der Gülen-Bewegung verlangt, die er für den Putschversuch verantwortlich macht. Solcher Rassismus müsse "ein Ende haben", sagte Erdogan. Dies sei ein "Grundrecht" der Türkei.

Trotzdem zog Erdogan eine eher positive Bilanz des Besuchs. Natürlich sei es nicht gelungen, die Probleme "komplett zu überwinden", doch hätten sie vereinbart, die Wirtschaftsbeziehungen auszubauen, wozu Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit einer großen Wirtschaftsdelegation am 25. Oktober in die Türkei kommen werde.

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