Ryanair verkleinert Weeze und schließt Bremen

Zwei Flugzeuge von Ryanair am Flughafen in Bremen. Im Winter sollen keine Ryanair Flieger mehr dort stationiert sein

Die Schuld an den Streichungen gibt Ryanair den Piloten, die in den vergangenen Monaten mehrfach gestreikt haben, sowie stark angestiegenen Kerosinpreisen. Es ist nicht der erste Ausstand. Die Aktien des Billigfliegers sackten am Montag um bis zu 12,3 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 11,50 Euro ab.

Nach dem zweiten Streik von Ryanair-Beschäftigten in Deutschland vergangene Woche hat der irische Billigflieger nach Gewerkschaftsangaben die Schließung des Standorts Bremen zu Anfang November und eine Verkleinerung der Flotte in Weeze in Nordrhein-Westfalen angekündigt. Im nordrhein-westfälischen Weeze werden künftig nur drei statt fünf geplanter Flugzeuge stationiert.

Die meisten Verbindungen von und nach Bremen sollen erhalten bleiben, diese werden dann mit Maschinen anderer Flughäfen bedient.

Dies berichtet die Gewerkschaft Verdi basierend auf einem Schreiben, das am Montag an alle Mitarbeiter der irischen Airline gegangen sein soll. "Das Verhalten von Ryanair ist skandalös und unwürdig".

Dort und in Weeze habe sich ein Großteil der Beschäftigten an den Warnstreiks beteiligt.

Darin heißt es laut Verdi, Ryanair habe Montagmorgen entschieden, "die Station in Bremen, an der rund 90 Beschäftigte arbeiten, mit Wirkung zum 5. November 2018 zu schließen".

"Wir fordern Ryanair auf, diese Entscheidung sofort zurückzunehmen und nicht die Existenz der Beschäftigten zu bedrohen", erklärt Christine Behle, Verdi-Bundesvorstandsmitglied. Ryanair habe Streikende durch Vorgesetzte beobachten und fotografieren lassen und den Streik für illegal erklärt. "Anstatt mit der Existenz von Menschen zu spielen, die ihre Grundrechte wahrnehmen, rufe ich Ryanair dazu auf, die Schließungspläne und die Reduzierung von Flugzeugen unverzüglich zurückzunehmen und mit uns an den Verhandlungstisch zurückzukehren", so Verdi-Bundesvorstandmitglied Behle.

Die Fluggesellschaft hatte vor Bekanntwerden der Schließung des Bremer Standorts ihre Geschäftserwartungen gesenkt, etwa weil Treibstoff teurer geworden ist. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Ryanair noch 1,45 Milliarden Euro Gewinn eingeflogen. Das seien zwölf Prozent weniger Gewinn als ursprünglich in Aussicht gestellt. Die Streiks hätten zudem das Vertrauen der Kunden untergraben, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Alleine Ende vergangener Woche waren wegen der Ausstände bei Flugbegleitern und Piloten mindestens 250 Flüge ausgefallen. Als Grund für die Senkung gab Ryanair die Streiks in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Portugal an. Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen. Laut O'Leary musste der Billigflieger weniger Buchungen für die Herbstferien und die Weihnachtssaison verkraften. Auch die Ticketpreise fielen niedriger aus als gedacht. Die Airline verringert ihre Kapazitäten nun für die Wintersaison um ein Prozent.

Related:

Comments

Latest news

Großbritannien - Konservative kommen zu Parteitag zusammen
Ein halbes Jahr vor dem EU-Austritt beschimpfte Johnson die Pläne Mays als ein Ergebnis "geistiger Verwirrung" und "lächerlich". May will eine Freihandelszone mit der Europäischen Union für Waren, aber nicht für Dienstleistungen wie Bankgeschäfte.

Paltrow: Hochzeit in den Hamptons mit hochkarätigen Gästen
Im Jänner gaben Gwyneth Paltrow und Brad Falchuk ihre Verlobung bekannt, jetzt haben sie endlich den Bund fürs Leben geschlossen. Das Paar hatte 2003 geheiratet, erklärte die Ehe aber rund zehn Jahre später (2014) für gescheitert. 2016 folgte die Scheidung.

Er blieb beim Beben im Tower:Indonesischer Fluglotse stirbt Heldentod
Weil Agung offenbar befürchtete, unter den Trümmern begraben zu werden, sprang er aus dem Fenster - vom vierten Stock aus. Ein wegen seines heldenhaften Einsatzes bei dem schweren Erdbeben gestorbener Fluglotse ist in Indonesien geehrt worden.

Bayern-Fernsehduell zwischen Söder und Grünen-Spitzenkandidat Hartmann
Das haben viele Zuschauer vermutlich anders im Gedächtnis. ► Schulen: Söder will die Anzahl und die Bezahlung der Lehrer erhöhen. Dann kann Hartmann mit seiner Expertise punkten - und mit einer Flut von Zahlen, die er alle aus dem Kopf referieren kann.

Özdemir: Erdogan-Bankett nicht vergnügungssteuerpflichtig | Hintergründe
Er wolle mit seiner Anwesenheit dokumentieren, "dass es eben nicht nur eitel Sonnenschein ist", sagte Özdemir gegenüber AFPTV. Später schilderte Özdemir , was er Erdogan gesagt hatte: "Ich hoffe, dass es nachher noch eine Gesprächsmöglichkeit gibt.

Other news