Hambacher Forst: Polizei zieht sich ab Montag zurück

Bei der größten Demonstration im rheinischen Braunkohlerevier überhaupt haben am Samstag am Hambacher Forst nach Veranstalterangaben rund 50.000 Teilnehmer für den Erhalt des Waldes und gegen die Braunkohletagebau protestiert. Die Teilnehmer Organisa

Überraschend stoppt das Oberverwaltungsgericht Münster die Rodung des Hambacher Walds durch den Energiekonzern RWE. Nach Einschätzung der Polizei sind die neu errichteten Behausungen aber bislang nicht vergleichbar mit den Baumhäusern, die von der Polizei zuvor geräumt worden waren. Gut 100 Braunkohle-Gegner waren mit Sägen und Bauen beschäftigt.

Die Polizei konnte noch nicht bestätigen, dass neue Baumhäuser gebaut worden seien.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) kündigte unterdessen den Abzug des Innenministeriums aus dem Forst an. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte ebenfalls am Freitag einen vorläufigen Rodungsstopp für den Hambacher Forst verfügt. Es sei an der Zeit, dass im Wald Ruhe, Ordnung und Frieden einkehre. Neue Barrikaden aus Ästen wurden schon am Samstag wieder errichtet, an Bäumen hingen Seile und Hängematten. Bereits am Sonntag rückten Aktivisten mit Brettern in den Wald vor.

Einen Tag nach der Antikohlegroßdemonstration mit mehreren Zehntausend Teilnehmern planen Aktivisten im Hambacher Forst offenbar eine erneute Besetzung des Waldstücks. Die Polizei wird sich ab Montag zurückziehen. RWE wollte in den kommenden Monaten mehr als die Hälfte des verbliebenen Waldes fällen, um dort Braunkohle abzubauen.

Die Demonstration am Samstag war nach Angaben von Umweltverbänden die bisher größte im Rheinischen Braunkohlerevier. Die Veranstalter sprechen von 50.000 Demonstrierenden, die Polizei allerdings von unter 20.000.

Die Aktie des Energiekonzerns war am Freitag nach der Gerichtsentscheidung deutlich gefallen.

Diese soll bis Jahresende einen Fahrplan für ein Kohle-Aus festlegen - und gleichzeitig klären, wie sich mit konkreten Projekten und Ansiedlungen der Wegfall von Zehntausenden Jobs kompensieren lässt. "Man muss jetzt den Übergang gestalten", sagte Neubaur.

Seit vielen Monaten findet sonntags im Hambacher Forst ein Waldspaziergang statt. "Ende Gelände freut sich über neue Baumhäuser und andere Besetzungs-Strukturen, die heute entstehen", teilten die Aktivisten mit.

Bei der Großdemo am Samstag waren Aktivisten an die Abbruchkante des Braunkohletagebaus gegangen.

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