Parteitag des NRW-Landesverbands: Grüne tagen am Hambacher Forst

APA  AFP  SASCHA SCHUERMANN

Die nordrhein-westfälischen Grünen treffen sich am Sonntag (12.00 Uhr) zu einem kleinen Parteitag am Hambacher Forst bei Köln. Nun hat das Gericht in Münster die Rodung gestoppt. Die Veranstalter sprachen von 50.000 Teilnehmern, die Polizei - die meist niedriger schätzt - wollte keine Angaben machen.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte am Freitag einen zweijährigen Rodungsstopp für das Waldgebiet verhängt.

Ein von der Polizei ausgesprochenes Verbot der Kundgebung war am Freitag vom Verwaltungsgericht Aachen aufgehoben worden.

"David gegen Goliath": Der Kampf um den Hambacher Forst zwischen Strom-Riese RWE und Öko-Aktivisten. Der Energiekonzern RWE will den Wald abholzen, um seinen angrenzenden Braunkohletagebau zu erweitern.

Bei der Demonstration gehe es aber um viel mehr, sagte Michael Müller, Bundesvorsitzender der Naturfreunde Deutschlands. "Wir haben in den letzten Wochen und Monaten einen friedlichen und bürgerlichen Protest gesehen, der immer, immer größer wurde". Die NRW-Landesregierung habe den Konflikt "eigentlich noch geschürt, anstatt ihn zu moderieren und eine tragfähige Lösung zu finden". Sie fuhren mit ihren Traktoren laut hupend und unter Beifall von Demonstranten an dem Protest-Gelände vorbei. Der Energiekonzern will das Waldareal roden, um Braunkohle zu fördern. Die grüne NRW-Landesvorsitzende Mona Neubaur sagte im WDR, der kleine Parteitag werde am Sonntag auch besprechen, wie es für die Menschen in der Region künftig weitergehen solle und welche neuen Arbeitsplätze dort geschaffen werden könnten.

Mit einer Großdemonstration hatten am Samstag tausende Umweltschützer am Hambacher Forst gegen den Kohleabbau demonstriert und den vorläufigen Rodungsstopp gefeiert.

Eine endgültige Entscheidung über das Rodungsverbot falle möglicherweise nicht vor Ende des Jahres 2020.

RWE und die zuständige Bezirksregierung hätten nicht belegt, dass die sofortige Abholzung im Interesse des Gemeinwohls notwendig sei, weil anderenfalls die Energieversorgung bundes- oder landesweit nicht mehr gewährleistet wäre, hatten die Richter festgestellt.

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