USA fordern Untersuchung nach Verschwinden Chaschukdschis

Karman trägt ein Kopftuch scheint sich eine Träne aus dem Auge zu reiben und ist umgeben von mehreren Menschen. Zwei Mikrofone werden ihr entgegengehalten. Khashoggi trägt auf dem Bild ein weißes Gewand und lächelt in die Kamera. (dpa  AP  Emrah G

Der 59-jährige Journalist und Regimekritiker Khashoggi wird schon seit fast einer Woche vermisst. Saudi-Arabien weist die Vorwürfe zurück und versprach, den Fall aufzuklären.

Eigentlich wollte Minister Maas schon in einigen Wochen selber nach Riad reisen, sein Amtskollege hatte ihn nach der Entschuldigung in New York auch förmlich eingeladen.

Die US-Regierung erhöhte am Donnerstag den Druck auf ihren engen Verbündeten Saudi-Arabien.

Im Fall des verschwundenen Journalisten Jamal Khashoggi scheinen Medienberichte den Verdacht gegen die Staatsführung von Saudi-Arabien zu erhärten.

Auch das Außenministerium in Washington drängte Saudi-Arabien erneut zur Aufklärung: Der saudische Botschafter in den USA sei gebeten worden, von einem Heimatbesuch mit Informationen zum Schicksal des Reporters zurückzukehren, sagte Außenamtssprecherin Heather Nauert. Präsident Donald Trump selbst hält sich nach wie vor ungewöhnlich zurück: Über Twitter teilte er kurz mit, er sei "besorgt". Er betrat das saudi-arabische Konsulat in Istanbul am Dienstag, um Papiere für seine Hochzeit abzuholen, aber war nicht wieder herausgekommen. Er kam nicht wieder heraus. Medien und Freunde des Vermissten berichteten daraufhin unter Berufung auf türkische Polizei- und Regierungskreise, dass er im Konsulat ermordet worden sei.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte Riad am Montag auf, Beweise für die offizielle saudiarabischen Version der Ereignisse vorzulegen. Die Türkei erhofft sich nun von einer Durchsuchung des Konsulats neue Erkenntnisse.

Nach Ansicht von Beobachtern ist das Verschwinden Khashoggis kein Einzelfall, sondern Muster einer immer aggressiveren Außenpolitik des 33 Jahre alten saudi-arabischen Thronfolgers, Kronprinz Mohammed bin Salman. Kaschoggi war im Vorjahr wegen seiner kritischen Berichterstattung ins Visier der saudi-arabischen Staatsmacht geraten und nach Washington geflohen. Türkische Behörden mutmaßen, der Journalist sei in dem Konsulat ermordet worden. Das Blatt, für das Chaschukdschi in der Vergangenheit selbst schrieb, beruft sich dabei auf Informationen von türkischen und amerikanischen Beamten. Hier die jemenitische Friedensnobelpreisträgerin Tawakkol Karman bei einer Demo in Iastanbul.

Über das Wochenende soll die Gruppe in Ankara türkische Behördenvertreter treffen. Die "Bilder, die Sabah" von dem 15-köpfigen Team veröffentlichte, stammen offensichtlich von Kameras während der Passkontrolle am Flughafen. Es handele sich um eine "Attentatsteam" schrieb die regierungsnahe Zeitung. Anderseits hob er aber auch die Bedeutung des "exzellenten" Verhältnisses zwischen den beiden Staaten hervor und gab im Hinblick auf mögliche Sanktionen zu bedenken, dass Saudiarabien ein grosses Waffengeschäft im Umfang von 110 Milliarden Dollar abgeschlossen habe und dass ein Zurückkommen auf dieses Geschäft wohl nicht im Sinn der amerikanischen Werktätigen wäre.

Die "Washington Post" zitiert eine anonyme Quelle, die Kenntnis von den Aufnahmen haben soll.

Im saudischen Konsulat behauptet man, die Überwachungskameras seien ausgerechnet am Tag von Khashoggis Besuch ausgefallen. Aus Riad hatte es geheißen, Chaschukdschi sei erst nach dem Verlassen des Konsulats verschwunden.

Chalid bin Salman ist der Bruder des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.

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