Abgasmanipulationen: Rückruf von 100.000 Opel-Autos steht kurz bevor

Transparent mit dem Opel-Logo

Opel musste sich im Juli gegenüber dem Kraftfahrtbundesamt zur Funktionsweise einer Abschalteinrichtung in drei Modellen äußern.

Opel sprach in einer ersten Stellungnahme von "Untersuchungen im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens zum Thema Emissionen" an den Standorten Rüsselsheim und Kaiserlautern.

Auch ein Polizeisprecher bestätigte "polizeiliche Maßnahmen", die weiterhin im Gange seien. Dem unbestätigten "Bild"-Bericht zufolge seien 95.000 Fahrzeuge der Modelle Insignia, Zafira und Cascada der Baujahre 2012, 2014 und 2017 betroffen". "Wir ermitteln wegen des Anfangsverdachts des Betruges wegen Inverkehrbringens von Dieselfahrzeugen mit manipulierter Abgas-Software", zitiert "Bild" die Staatsanwaltschaft. Die von der Bundesregierung geforderten Hardware-Nachrüstungen lehnt das Unternehmen bislang ab, weil diese "ökonomisch nicht sinnvoll und technologisch nicht ausgereift" seien. Das Unternehmen erklärte aber, man habe bei Dieselautos nicht gegen Vorschriften verstoßen: "Das Unternehmen bekräftigt, dass seine Fahrzeuge den geltenden Vorschriften entsprechen", teilte Opel mit.

Das KBA hat laut Verkehrsministerium schon Ende 2015 bei Opel Abschalteinrichtungen gefunden, bei denen es von Anfang an der Zulässigkeit gezweifelt habe, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. Sollte das KBA offiziell einen Abgasbetrug feststellen, kämen auf die Fahrzeugbesitzer verpflichtende Rückrufe und Software-Updates zu. Berichten zufolge soll der Grund - wie bereits bei anderen Autobauern - ein Verdacht von Manipulationen bei der Abgasreinigung gewesen sein. Es ging damals um rund 60 000 Autos.

Das KBA habe die Staatsanwaltschaft Frankfurt im April 2018 über Anhaltspunkte des Vorliegens unzulässiger Abschalteinrichtungen bei Fahrzeugen von Opel informiert.

Autobauer begründen Abschalteinrichtungen mit dem sogenannten Motorschutz vor allem bei Kälte oder Hitze. Bei vielen Modellen gibt es aber Zweifel daran, ob dies wirklich notwendig ist.

Zuvor mussten bereits Autohersteller wie VW wegen unzulässiger Abgastechnik Diesel-Fahrzeuge verpflichtend zurückrufen. Da Luft-Grenzwerte in vielen Städten überschritten sind, drohen Fahrverbote für Dieselautos. Allerdings längst nicht alle - denn ein Prozess könnte aufwendig, langwierig und für Bürger ohne Rechtsschutzversicherung auch teuer werden. Bei BMW standen die Fahnder im März 2018 vor der Tür. Der achte Zivilsenat des höchsten deutschen Berufungsgerichts befasst sich am 9. Januar mit der Klage des Eigentümers eines Skoda Octavia Diesel, in dem eine Software mit Abschaltvorrichtung verbaut war, wie das Gericht am Dienstag mitteilte.

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